Rheinbahn und Stadt sollen prüfen, wie und wo Smartphones an Stationen aufgeladen werden können.

Rheinbahn und Stadt sollen prüfen, wie und wo Smartphones an Stationen aufgeladen werden können.
In Köln stehen Ladestationen neben vorhandenen Bänken. Sie wurden allerdings zum Teil demoliert.

In Köln stehen Ladestationen neben vorhandenen Bänken. Sie wurden allerdings zum Teil demoliert.

Die Solarbank „Soofa“ (hier mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama) könnte auch in Düsseldorf zum Einsatz kommen (dann ohne Barack Obama).

RheinEnergie AG, Bild 1 von 2

In Köln stehen Ladestationen neben vorhandenen Bänken. Sie wurden allerdings zum Teil demoliert.

Noch ist es nur ein Tagesordnungspunkt, aber es gibt zwei Gründe, die dafür sprechen, dass es bald an Haltestellen Ladestationen für Smartphones und Tablets gibt: Der dazugehörige Antrag für den Verkehrsausschuss am Mittwoch hat die Mehrheit der Ampel-Kooperation sicher, und in anderen Städten (Paris, Prag, Essen) gibt es diese Technik bereits. Die wichtigen Fragen und Antworten im Überblick:

Wie sehen die Ladestationen aus? In den genannten Städten sind verschiedene Modelle im Betrieb. Das Bekannteste heißt „Soofa“, ist eine Bank mit Solarzelle und USB-Anschluss und verdankt seinen Ruhm seinem berühmtesten Aufsitzer. Der frühere US-Präsident Barack Obama hat sich mit einer der Erfinderinnen auf einem der ersten Modelle getroffen. Die smarten Bänke erfassen nebenbei auch noch, wie es um die Luftqualität oder den Geräuschpegel um sie herum steht. Beispiele für diese Form der Ladestation von „Soofa“ und anderen Herstellern gibt es in Boston, London, Prag und Essen.

Eine andere Variante der Lademöglichkeit ist in Köln zu sehen. Dort hat der örtliche Energieversorger Solarmodule entwickelt, die neben einer vorhandenen Bank aufgestellt werden können. Das senkt die Anschaffungskosten. Komplette Bänke liegen bei 6000 Euro, die Module bei 3500. Die Kölner berichten allerdings nach einem guten Jahr Testphase neben dem U-Bahnhof an der Florastraße auch von der Erfahrung, dass die weißen Lade-Kästen mehrfach demoliert worden sind.

Paris hat sich für noch einen anderen Weg entschieden: Dort haben Bus-Haltestellen Solardächer und versorgen die Bildschirme darunter sowie die USB-Steckdosen mit sauberem Strom.

Warum soll es die Ladestationen geben? Das lässt sich am leichtesten beantworten mit Blick auf die Quelle des politischen Antrags. Er resultiert aus einer Anfrage des Jugendrats. Smartphones und Tablets sind insbesondere für die jüngere Generation aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ein niedriger Stand der Batterie wird folglich als unangenehm in höherer Form erlebt, jedes Gegenmittel erscheint als höchst willkommen. Deshalb rüstet die Rheinbahn ihre neuen Busse, die voraussichtlich ab Juli unterwegs sein werden, bereits mit USB-Steckdosen aus. Ladestationen an den Haltestellen würden den öffentlichen Nahverkehr also mindestens noch einen kleinen Schritt attraktiver machen - und Wartezeiten aller Art plötzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen. „Prinzipiell ist eine Belebung des öffentlichen Raumes gerade von dieser Altersgruppe herzlich willkommen“, teilte auch die Verwaltung auf die erwähnte Anfrage des Jugendrats mit.

Wann wird es die ersten Stationen in Düsseldorf geben? Der politische Beschluss vom kommenden Mittwoch sieht vor, dass sich Stadt und Rheinbahn zusammensetzen und über die Ladestationen beraten sollen. Die Ergebnisse dieser Gespräche sollen noch im ersten Quartal im Verkehrsausschuss vorgestellt werden. Dann dürfte die Entscheidung für Testgeräte fallen, da diese auf dem Markt sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass die ersten Ladeversuche von Nahverkehrsnutzern noch in diesem Jahr in Düsseldorf stattfinden.

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