Die Hersteller von Serienbooten leiden, im Freizeitbereich ist die Stimmung aber noch gut.

Düsseldorf. Zur Halbzeit der Messe boot sind weniger Besucher gezählt worden als im vergangenen Jahr: 108000 waren es bis Dienstagabend, gegenüber 121000 im Vorjahreszeitraum. Der Besucherrückgang trifft die Aussteller aber sehr unterschiedlich. Reisen, Surfen und Ausrüstung sind nach wie vor beliebt. Auch die Verkäufer von Luxusyachten klagen kaum. Doch Boote von der Stange verkaufen sich nur noch schlecht.

Bei den Kunden sitzt das Geld nicht mehr so locker wie früher

Die französische Werft Jeanneau ist ein solcher ein Fall. Hier gibt es schicke Motorboote vergleichsweise billig ab 12000 Euro. Manfred Pilottek ist seit 1978 für die Werft auf jeder boot und sagt: "Die Bilanz ist sehr schlecht." Sowohl am Motor- als auch am Segelbootstand sind kaum Besucher. "Die Leute halten ihr Geld zurück und wollen erst später bestellen."

Knut Heiberg-Andersen, Präsident des norwegischen Yachtbauers Windy ist etwas optimistischer: "Wir fürchten zwar die Rezession. Aber es läuft trotzdem. Wir machen Geschäfte - es geht nur etwas langsamer."

Im Freizeit-Segment sitzt das Geld der Kunden lockerer. Ferdinand Ziegelmayer hat Segelboote der Firma Laser im Angebot. Das kleinste kostet 2000 Euro, das größte 25000. "Es läuft gut. Es kommen viele, die sich informieren wollen. Vor allem dafür sind wir hier. Bestellt wird in der Regel erst kurz vor Beginn der Saison", sagt er.

Am Stand von Bic Sport Deutschland gibt es Plastikbretter zum Wellenreiten und Windsurfen, Kajaks und Mini-Segelboote. Katja Bürgelt sagt: "Vor allem am Wochenende lief es gut. Doch die Leute sind zurzeit mit ihrer Kaufentscheidung zurückhaltender. Das meiste wird aber ohnehin gegen Ende der Messe verkauft."

"Früher hatten wir Probleme, rechtzeitig zum Saisonbeginn zu liefern. Jetzt geht es deutlich schneller. Gut für die Kunden, schlecht für uns."

"Mir ist aufgefallen, dass vor allem viel weniger Familien zur Messe gekommen sind. Das liegt wahrscheinlich an den hohen Eintrittspreisen."

"Auch wir haben Angst vor einer Rezession. Aber wir machen trotzdem Geschäfte. Sie laufen zwar nicht so schnell wie sonst - aber sie laufen."

Die Augenoptikerin Sabine Jost hat Tauchmasken für Brillenträger im Angebot. Die Düsseldorfer Firma Pingel Optik stellt im 38. Jahr auf der boot aus. Jost nennt es ein mittelmäßiges Messejahr und sagt: "Jammern hilft nicht. Wir müssen möglichst positiv in die Zukunft schauen."

Brian Griffiths bietet Tauchreisen nach Südafrika an, war zuvor auf Messen in Paris und London und ist mit Düsseldorf rundum zufrieden. Er sagt: "Wenn das eine Rezession sein soll, möchte ich unbedingt die richtig guten Zeiten kennenlernen."

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