Am Hammer Deich sollen jetzt Schranken wilde Partys verhindern. In Kaiserswerth hat man mit dem umstrittenen Konzept Erfahrung.

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Beim Ortstermin der WZ zeigte sich 2010: Die Schranken sind gut sichtbar, lassen aber viel Platz für Radler.

Beim Ortstermin der WZ zeigte sich 2010: Die Schranken sind gut sichtbar, lassen aber viel Platz für Radler.

JD

Beim Ortstermin der WZ zeigte sich 2010: Die Schranken sind gut sichtbar, lassen aber viel Platz für Radler.

Düsseldorf. Eine Schranke sperrt nach der Definition einen befahrbaren Weg ab. In Düsseldorf allerdings geht der Trend zu Schranken, die man einfach umfahren kann – und das ist kein Versehen, sondern so gewollt.

Das Konzept sorgte jetzt in der Bezirksvertretung 3 für Diskussionsstoff, weil am Hammer- und Volmerswerther Deich sieben „halbe Schranken“ angebracht wurden – die WZ berichtete. Zwischen den Schranken bleiben 3,50 Meter Platz. Dennoch sollen sie Autofahrer, die mit Bierkisten und Grillgut auf den Deich fahren und dort Partys feiern wollen, abhalten – so hofft die Verwaltung.

Erfahrung mit der umstrittenen Halbschranke haben die Anwohner bereits in Kaiserswerth: 2010 gründete sich dort eine Bürgerinitiative, die rasende Radfahrer auf dem Deichweg bremsen wollte. Immer wieder, so beklagte der Zusammenschluss, komme es gerade an sommerlichen Wochenenden zu Konflikten zwischen Rennradlern und Spaziergängern. Die Antwort der Verwaltung: Halbe Schranken mit Warnschildern für Fahrradfahrer – ebenso leicht umfahrbar wie die Auto-Schranken in Hamm.

Zufrieden mit der Lösung ist – relativ selbstverständlich – der Fahrradclub ADFC: „Die Radfahrer kommen weiterhin gut durch“, freut sich der stellvertretende Vorsitzende Rüdiger Heumann.

Gründer der Fußgänger-Initiative: Schranke bremst Radler tatsächlich

Von der anderen Seite sieht es Wolf Perdelwitz, der in Ufernähe das Nordik-Haus betreibt: „Es funktioniert nicht, es wird immer noch gerast. Die Schranken sind höchstens unverbindliche Ratschläge.“

In Kaiserswerth hatte sich eine Initiative gegründet, weil es dort bei schönem Wetter oft Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern gab.

Ursprünglich wollte die Verwaltung den gesamten Deich zur Fußgängerzone erklären und Fahrräder nur dulden.

Die Schranken als Modellprojekt waren letztlich ein Kompromiss, den sowohl der ADFC als auch die Bürgerinitiative positiv aufnahmen.

Hingegen zeigt sich Walther Müller-Jentsch, der die Fußgänger-Initiative mitbegründete, zufrieden: „Ich habe das Gefühl, dass es etwas bewirkt.“ Zwar flitzten die Radler bei wenig Betrieb weiter über den Deich – müssten sich jedoch im Sommer Fußgänger und Radfahrer den raren Platz teilen, steckten jetzt eher die Radler zurück. „Man hat als Fußgänger nicht mehr das Gefühl, der Nörgler zu sein“, sagt Müller-Jentsch. Man könne auf das Schild mit dem Fahrrad und der Warnung „Langsam“ hinweisen und sagen: Da steht es doch. Müller-Jentsch: „Diese Regelung ist in jedem Fall eine Verbesserung.

© WhatsBroadcast

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