60 Frauen und Männer bewarben sich am Donnerstag für Model-Jobs in einem TV-Werbespot.

Bewerberin Carina Castillo (21) haute die Jury mit ihren langen schwarzen Locken geradezu um.
Bewerberin Carina Castillo (21) haute die Jury mit ihren langen schwarzen Locken geradezu um.

Bewerberin Carina Castillo (21) haute die Jury mit ihren langen schwarzen Locken geradezu um.

Stefan Arend

Bewerberin Carina Castillo (21) haute die Jury mit ihren langen schwarzen Locken geradezu um.

Düsseldorf. „Wow, das sind wirklich traumhafte Haare“, ruft Haar-Expertin Sina Velke. „Und das ganz ohne Extensions.“ Die Jury ist von den vollen schwarzen Locken der 21-jährigen Carina restlos begeistert. „Was machst du denn beruflich?“, fragt Stefan Heidrich, Jurymitglied und Marketing-Leiter der Beautyfirma Garnier.

Carina studiert Pop-Gesang in Rostock und gibt der Jury auch prompt eine Kostprobe ihres Gesangs. „Damit möchte ich später vor allem auf der Bühne Karriere machen“, sagt sie. Am Mittwoch bewirbt sie sich jedoch erst einmal um die Model-Rolle in einem Fernsehspot für Haarprodukte. Drei Männer und sechs Frauen mit verschiedenen Looks sucht Garnier für eine neue Werbekampagne.

Dass die neuen Gesichter keine professionellen Models sein sollen, hat einen guten Grund: „Der Kunde soll sich in den Models wiederfinden“, sagt Heidrich. „Wir wollen zeigen, dass man mit dem richtigen Styling aus jedem eine Menge herausholen kann.“

Wer die Rolle bekommt, muss mit einem radikalen Umstyling rechnen

Im Internet hatten sich die Kandidaten für den Model-Auftrag beworben, 60 von ihnen können sich beim Live-Casting an der Georg-Glock-Straße dem kritischen Blick der Jury stellen. Viele kommen von weit her, aus Weimar und aus Österreich. Nur wenige lassen sich durch den Schnee vom Kommen abhalten.

Neun verschiedene Looks werden unter den Gewinnern gesucht, vom Vamp bis zur Space-Queen, bei den Männern vom College Boy bis zum Rock Star. Für den Punk-Style sind kurze Haare gefragt, der Hippie-Look verlangt eher nach einer Walle-Mähne.

Bis zum 30. November konnten sich die Kandidaten online auf der Garnier-Homepage bewerben. Über 1600 Hobby-Models versuchten ihr Glück und stellten ihre Fotos ins Internet, um sie von anderen Usern bewerten zu lassen. Die 30 Teilnehmer mit dem meisten Zuspruch schafften es in die gestrige Endrunde. 30 weitere Kandidaten wurden direkt von der Jury ausgewählt und zum Live-Casting eingeladen.

Wer die Model-Rolle bekommt, muss sich unter Umständen auf ein radikales Umstyling gefasst machen: „Wenn es der Look verlangt, müssen die Kandidaten dazu bereit sein, ihren Typ verändern zu lassen,“, sagt Velke. Bei einer Kandidatin ist sie sich sogar schon ganz sicher, dass sowohl ein anderer Schnitt als auch eine andere Haarfarbe hermüssten.

An Carinas Traum-Locken würde sie sich jedoch nicht heranwagen: „Bei ihr würde ich höchstens ein wenig die Spitzen schneiden.“ Doch es kommt nicht allein auf die Haare an, auch eine positive, natürliche Ausstrahlung und wie sich die Kandidaten bewegen sei für die Entscheidung ausschlaggebend .

Producer Robin Meyer-Ricks achtet vor allem auf das Gesicht: „Der Mund ist besonders wichtig“, sagt er. „An ihm sieht man gleich, ob jemand sympathisch wirkt.“ Welche neun Kandidaten es am Ende in die TV-Spots schaffen, steht erst in einigen Tagen fest. „Diejenigen, die nicht genommen werden, sollten sich aber nicht entmutigen lassen“, sagt Sina Velke. „Es bedeutet nur, dass sie den von uns gesuchten Looks eben nicht entsprechen.“ Aber was gerade angesagt ist, ändere sich ja rasend schnell.

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