Der Kampf um die Plätze fürs nächste Schuljahr könnte hart werden. Es gibt zudem viele Ungewissheiten für die Eltern.

Trotz Neubau musste das Marie-Curie-Gymnasium im Vorjahr Schüler ablehnen.
Trotz Neubau musste das Marie-Curie-Gymnasium im Vorjahr Schüler ablehnen.

Trotz Neubau musste das Marie-Curie-Gymnasium im Vorjahr Schüler ablehnen.

Bernd Schaller

Trotz Neubau musste das Marie-Curie-Gymnasium im Vorjahr Schüler ablehnen.

Düsseldorf. Die große Auswahl zu haben – das klingt auf den ersten Blick nach einer luxuriösen Situation: 20 Gymnasien stehen den Schülern in Düsseldorf zu Verfügung, jedes hat seinen eigenen Ruf, sein eigenes Profil, sein eigenes Umfeld. Doch die Entscheidung wird in diesen Tagen für viele Eltern und ihre Kinder zur Qual. Viele sind verunsichert und haben Angst, die falsche Wahl zu treffen. Zumal bei etlichen Schulen nicht klar ist: Werde ich überhaupt angenommen?

Mitte Februar muss die Entscheidung für rund 1800 Kinder gefallen sein, dann sind die verbindlichen Anmeldungen. Davor liegen mehrere Monate, in denen Familien Tage der offenen Tür und Infoabende besuchten, um sich ein Bild zu machen (siehe Interview). Viele fangen damit schon an, wenn ihr Kind noch in der dritten Klasse ist.

Dabei könnte sich der Kampf um die Plätze an den begehrten Gymnasien in diesem Jahr noch verschärfen. Zwar ist die Zahl der Schüler, welche die vierten Klassen verlassen, mit circa 4300 ähnlich der im Vorjahr. Aber der langfristige Trend zum Gymnasium könnte verstärkt werden, weil die Empfehlungen nicht mehr bindend sind. Gerade erst wurde auf der jüngsten Rektorenkonferenz darüber gesprochen. Tenor: „Es wird ein Riesenandrang erwartet“, wie es eine Schulleiterin ausdrückte.

Silke Vogelbusch, Leiterin des Schulverwaltungsamtes, kennt das Problem aus den Vorjahren: „Ich hatte schon weinende Eltern in meinem Büro stehen, die eine Ablehnung bekommen hatten.“ Davor haben viele Angst. Und verschärft wird dieses Gefühl dadurch, dass unklar scheint, nach welchen Kriterien die Schulen auswählen.

Schulleiterin rät davon ab, sich nach den Freunden der Kinder zu richten

Geschwisterkinder haben wohl überall sehr gute Karten. Offiziell werden zudem Schulwege und ein ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen als Kriterien genannt. Tatsächlich ist klar, dass die Schulen lieber Kinder mit guten Noten aufnehmen als mit schlechten. Weil das aber juristisch anfechtbar ist, müssen die Schulleiter einen Eiertanz machen, wenn sie nach den Kriterien gefragt werden.

Schulleiterin Christa Kayser-Hölscher vom „Ceci“ ist Sprecherin der Düsseldorfer Gymnasien. Auch sie hat schon Bewerber ablehnen müssen: „Mit der Absage machen wir aber einen alternativen Vorschlag, den wir auch vorher mit der betreffenden Schule absprechen.“ Sie rät deshalb dazu, sich den Zweitwunsch gut zu überlegen. Eventuell werde aber auch eine andere Schule vorgeschlagen, weil sie vom Profil her zu passen scheint.

Ganz glücklich ist die Schulleiterin mit dem jetzigen Verfahren allerdings nicht mehr, sie hält die geltenden Kriterien für „nicht mehr stimmig“. Es sei schon zu Zeiten von Hans-Heinrich Große-Brockhoff Wille der Stadt gewesen, dass die Schulen unterschiedliche Profile bilden. Da sei die Schule in der Nähe nicht mehr automatisch die beste.

Doch ein musikalischer oder sprachlicher Schwerpunkt ist nicht das Einzige, wonach Eltern sich richten. Christa Kayser-Hölscher rät allerdings davon ab, sich an den Freunden des Kindes zu orientieren. In der fünften Klasse bilden sich meist sehr schnell neue Freundschaften. Auch größere Entfernungen zur Schule solle man den Kindern zutrauen: „Das macht denen nichts aus, zehn Minuten länger unterwegs zu sein.“ Am linksrheinischen Ceci sei die Mehrzahl der Schüler aus dem Rechtsrheinischen. Stattdessen rät sie dazu, mit den Grundschullehrern zu reden und vom Kind auszugehen: „Wer wenig liest, sollte nicht auf eine Schule mit sprachlichem Schwerpunkt.“

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