Nikolaus Teichert hat sich in Las Vegas einen Traum erfüllt und bei der wichtigsten Turnierserie 730 756 Dollar gewonnen.

Nikolaus Teichert hält nach dem Turnier sein letztes Blatt und das gewonnene Goldarmband in die Kamera.
Nikolaus Teichert hält nach dem Turnier sein letztes Blatt und das gewonnene Goldarmband in die Kamera.

Nikolaus Teichert hält nach dem Turnier sein letztes Blatt und das gewonnene Goldarmband in die Kamera.

Joe Giron

Nikolaus Teichert hält nach dem Turnier sein letztes Blatt und das gewonnene Goldarmband in die Kamera.

Düsseldorf. Was für einen Tennisspieler Wimbledon ist, ist für einen Pokerspieler die World Series of Poker (WSOP) in Las Vegas. Und bei dieser Turnierserie hat nun ein Düsseldorfer in der Nacht zu Freitag seinen Traum wahr gemacht. Er ließ ein Feld von 1736 Spielern hinter sich und streicht nun ein Preisgeld von 730 756 Dollar ein.

Umgerechnet sind das 567 651 Euro. „Ich hoffe, ich bekomme einen Scheck und muss das Geld nicht im Koffer mitnehmen“, scherzte der 55-Jährige nach seinem Sieg im Telefonat mit der WZ. Dann sagte er: „Das ist der großartigste Tag in meinem Leben.“

Über vier Tage erstreckte sich das Turnier im Rio All-Suite Hotel and Casino. Das Startgeld lag bei 2500 Dollar. Zwei überaus erfolgreiche Spitzenspieler saßen mit am Finaltisch, doch Teichert ließ sich nicht aufhalten. „Man muss natürlich auch das nötige Glück haben. Aber es gab immer wieder Situationen im Turnier, wo ich merkte, hier geht was.“ Vor allem, als er zwischenzeitlich mit nicht mehr ganz so vielen Chips ausgestattet einen großen Bluff gespielt habe.

Beim Stapeln der Chips zitterten Teichert vor Aufregung die Finger

So cool wie der Teilzeit-Immobilienmakler und Hobby-Pokerspieler Teichert mit Kappe und verspiegelter Sonnenbrille am Tisch saß, sei er allerdings nicht gewesen. „Ich war wahnsinnig nervös. Beim Stapeln der Chips haben meine Finger stark gezittert.“

Teicherts Name taucht erst seit zwei Jahren immer wieder bei den größten Turnieren in Europa und in den USA auf. Mehr als 200 000 Dollar nahm er dabei den offiziellen Ergebnislisten zufolge ein. Abzüglich der Startgelder natürlich. „Eigentlich ist es in den vergangenen Monaten nicht mehr so gut gelaufen. Es sollte meine vorerst letzte Reise nach Las Vegas sein. Doch jetzt ist ein Traum wahr geworden.“ Und das, obwohl Teichert ein reiner Autodidakt ist, wie er sagt. Theorie habe er nie gepaukt. Mit seinen 55 Jahren entspricht er noch weniger dem Abziehbild einer neuen Generation von Pokerspielern, die die Szene beherrscht: junge Mathematikgenies, die im Internet oft 20 oder mehr Turniere gleichzeitig spielen und in Foren die neuesten Strategien diskutieren. 

Die Turnierserie World Series of Poker wird seit 1970 ausgetragen, sie kommt einer Weltmeisterschaft gleich. Mittlerweile wird sie weltweit im Fernsehen übertragen.

Der erfolgreichste Spieler ist Phil Hellmuth, der 48-Jährige gewann bereits 13 Turniere.

Für das goldene Armband, das es für jeden Gewinner eines WSOP-Turniers gibt, will sich Teichert in seiner Wohnung in Düsseldorf eine Vitrine aufstellen. Daheim soll dann auch mit seinen Freunden kräftig gefeiert werden. Doch das wird noch ein paar Tage dauern. Denn Teichert hat noch etwas vor in Las Vegas. Das Hauptturnier der Weltmeisterschaft steht noch auf dem Programm. Die 10 000 Dollar Startgeld kann er sich ja nun locker leisten. Und wer weiß, was passiert. Vor zwei Jahren sorgte der Deutsche Pius Heinz für Aufsehen, gewann das Turnier und damit 8,7 Millionen Dollar.

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