60 ausgefallene, 35 umgeleitete, 332 verspätete Züge - und das allein am Dienstag. Der Güterzug-Unfall in Düsseldorf hat den Bahnfahrplan kräftig durcheinandergebracht. Und zur Bergung eines umgekippten Gefahrgut-Waggons folgte noch eine zweite Vollsperrung.

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Nachdem der Kesselwagen leer gepumpt ist, soll er wieder mit Hilfe von Kränen (hier im Bild einer davon) aufgerichtet werden. Daher kommt es erneut zu Verzögerungen im Berufsverkehr.

Nachdem der Kesselwagen leer gepumpt ist, soll er wieder mit Hilfe von Kränen (hier im Bild einer davon) aufgerichtet werden. Daher kommt es erneut zu Verzögerungen im Berufsverkehr.

Der betroffene Kesselwagen hat insgesamt 50 Tonnen Propen (Propylen) geladen...

David Young, Bild 1 von 2

Nachdem der Kesselwagen leer gepumpt ist, soll er wieder mit Hilfe von Kränen (hier im Bild einer davon) aufgerichtet werden. Daher kommt es erneut zu Verzögerungen im Berufsverkehr.

Düsseldorf (dpa). Früher als geplant konnte die Bahnstrecke beim S-Bahnhof Derendorf wieder freigegeben werden. Nachdem die Strecke wegen Bergungsarbeiten am Mittwochnachmittag erneut gesperrt werden musste, wurde die Sperrung bereits nach 45 Minuten wieder aufgehoben.

Grund für die Vollsperrung war ein umgekippter Gefahrgut-Waggon gewesen. Bereits am Dienstagabend war der Bahnfahrplan kräftig durcheinandergeraten, nachdem fünf mit dem gefährlichen Stoff Propylen beladene Kesselwagen aus dem Gleis gesprungen waren. Am Mittwoch drohten dann erneut erhebliche Behinderungen mitten im Berufsverkehr.

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Nachdem der Kesselwagen leer gepumpt ist, soll er wieder mit Hilfe von Kränen (hier im Bild einer davon) aufgerichtet werden. Daher kommt es erneut zu Verzögerungen im Berufsverkehr.

Nachdem der Kesselwagen leer gepumpt ist, soll er wieder mit Hilfe von Kränen (hier im Bild einer davon) aufgerichtet werden. Daher kommt es erneut zu Verzögerungen im Berufsverkehr.

Der betroffene Kesselwagen hat insgesamt 50 Tonnen Propen (Propylen) geladen...

David Young, Bild 1 von 2

Der betroffene Kesselwagen hat insgesamt 50 Tonnen Propen (Propylen) geladen...

Was war passiert: Einer der am Dienstagabend verunglückten Waggons war umgekippt.  Er sollte am späten Mittwochnachmittag mit Hilfe zweier Kräne aufgerichtet werden. Dazu wurde die Strecke zwischen Düsseldorf und Duisburg, die auch bundesweit im Bahnnetz von großer Bedeutung ist, erneut abgeriegelt. Die Deutsche Bahn erwartete, dass weder Regional- noch Fernverkehrszüge den Abschnitt für voraussichtlich zwei Stunden passieren können. Regionalexpress- und S-Bahn-Linien wurden unterbrochen. Mehrere Züge fielen aus. Der Fernverkehr sollte wieder weiträumig umgeleitet werden.

Kräne sollen den Waggon wieder aufrichten

Zigtausende Pendler dürften nach dem Güterzug-Unfall schon am Dienstag Mühe gehabt haben, zum Feierabend nach Hause zu kommen. Die Feuerwehr war von hoher Brand- und Explosionsgefahr ausgegangen, falls das Gas Propylen aus dem Kesselwagen austreten würde. Das geschah nicht, aber vorsichtshalber wurde die Unfallstelle gesperrt. Akute Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Feuerwehr-Angaben nicht. Wie es zu dem Unfall kam, ist weiter unklar. Die Bundespolizei ermittelt.

Am Morgen konnten Pendler zunächst aufatmen: Vier von sechs Gleisen wurden in der Nacht auf Mittwoch wieder freigegeben, so dass der morgendliche Berufsverkehr weitgehend planmäßig verlief. Arbeitern gelang es, vier der Waggons mit Hilfe hydraulischer Heber wieder aufs Gleis zu bringen, wie Feuerwehrsprecher Heinz Engels erläuterte. Feuerwehrleute pumpten aus dem fünften entgleisten Waggon - dem umgekippten - einen Großteil der 50-Tonnen-Ladung Propylen ab. Zwei Kräne wurden geordert, um den Waggon aufzurichten.

Mit Messungen hatte die Feuerwehr am Dienstag überwacht, ob Gas ausgetreten war. Die Kesselwagen hielten aber dicht. Ansonsten hätten rund 1200 Menschen in der Umgebung in Sicherheit gebracht werden müssen, wie der Feuerwehrsprecher sagte. Unterstützung bekam die Düsseldorfer Feuerwehr von Experten mehrerer Chemie-Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen - telefonisch, aber einige von ihnen eilten auch zur Unfallstelle.

Wie ein Bahnsprecher bilanzierte, fielen allein am Dienstag 60 Züge durch den Unfall ganz aus, davon etwa die Hälfte im Fernverkehr. 35 Züge wurden umgeleitet und 332 Züge hatten teils erhebliche Verspätungen.

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