Die Ratsfraktion der Grünen setzt sich dafür ein, dass das umstrittene Unkrautgift Glyphosat nicht mehr auf Düsseldorfer Stadtgebiet verwendet wird. Einerseits müsse dazu ein Dialog mit den Landwirten erzielt werden, sagt Iris Bellstedt, umweltpolitische Sprecherin der Grünen. Andererseits werde das Mittel, das massive Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat und zudem im Verdacht steht, krebserregend zu sein, aber auch in Privatgärten versprüht. „Viele Hobbygärtner setzen Produkte mit dem Wirkstoff ein, weil er als Unkrautvernichter hochwirksam ist, wissen aber vielleicht gar nicht um die Gefahren für Umwelt und Gesundheit Bescheid“, sagt Bellstedt. Deswegen werde ihre Fraktion jetzt die Düsseldorfer Kleingartenvereine anschreiben, diese auf die Problematik hinweisen und die Vereine bitten, ihre Mitglieder zu sensibilisieren.

Denn Alternativen zu Glyphosat gibt es schon lange: Regelmäßiges Hacken und Jäten des Bodens beugt Unkraut-Wildwuchs vor. Wer dennoch zu Unkrautvernichtungsmittel greifen möchte, findet auch Alternativen zu Produkten mit Glyphosat. „Verhältnismäßig umweltverträglich“ sind laut Umweltbundesamt zum Beispiel die natürlichen Wirkstoffe Essig- und Pelargonsäure. Sie gelten als weniger schädlich.

Im Umweltausschuss hat Iris Bellstedt zudem jüngst eine Anfrage gestellt, um in Erfahrung zu bringen, wie Landwirte, die ihre Flächen von der Stadt gepachtet haben, über die Pachtverträge zu einem Verzicht auf das Ackergift verpflichtet werden können. Eine Antwort der Stadt steht noch aus; gegenüber der WZ hatte sich die Verwaltung zuletzt ablehnend gegenüber einem lokalen Glyphosat-Verbot geäußert. Andere Städte haben das Herbizid bereits auf städtischen Flächen verboten, beispielsweise Rostock und zuletzt die oberfränkische Stadt Hollfeld.

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