Die Folgen des Dioxin-Skandals: Bio-Märkte und vegetarische Restaurants melden deutlichen Zulauf.

Ernährung
Geschäftsführer Peter Zodrow präsentiert zwei Gerichten aus seinem Restaurant „Sattgrün“.

Geschäftsführer Peter Zodrow präsentiert zwei Gerichten aus seinem Restaurant „Sattgrün“.

Bernd Schaller

Geschäftsführer Peter Zodrow präsentiert zwei Gerichten aus seinem Restaurant „Sattgrün“.

Düsseldorf. Die Bio-Lebensmittelmärkte der Stadt haben immer mehr Kunden. Der Januar gilt ohnehin als profitreicher Monat, denn bei den guten Vorsätzen steht gesunde Ernährung häufig ganz oben. Und jetzt treibt der Dioxin-Skandal vermehrt Käufer in die Bio-Märkte, zum Beispiel zu Basics an die Friedrichstraße. „In der vergangenen Woche hatten wir 810 Kunden mehr im Laden als in der Woche zuvor“, sagt Marktleiterin Katja Auf der Landwehr. „Jeder fünfte Kunde fragt mich, ob unsere Eier und Fleischprodukte dioxinfrei sind.“ Auf der Landwehr verzeichnet bereits seit Längerem steigende Kundenzahlen. Sie spricht von einem deutlichen Trend.

Jeder Skandal bringt den Bio-Märkten neue Kunden

Auch Oliver Beier, Verkäufer im Superbiomarkt auf der Nordstrasse, spürt die wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten. „Jeder Skandal bringt uns neue Kunden. Im Moment haben wir zehn Prozent Zuwachs.“

Ähnliches gilt für vegetarische Restaurants. Peter Zodrow, Geschäftsführer der beiden Sattgrün-Fillialen am Graf-Adolf–Platz und in Flingern, plant sogar ein weiteres Restaurant. „Wir bieten ein umfangreiches Sortiment von Gerichten an, die ohne tierische Erzeugnisse hergestellt werden.“ Aber: „Vegetarisch alleine zieht nicht. 80 Prozent meiner Besucher sind lediglich Fleischreduzierer“, sagt der Gastronom, der bei der Gestaltung seiner Restaurants viel Wert auf eine helle und freundliche Einrichtung gelegt, denn „die Düsseldorfer legen viel Wert auf das Ambiente.“

Gesundes Essen solle aber auch bezahlbar sein: „Gerade zur Mittagszeit wollen die Menschen nicht so viel für eine Mahlzeit ausgeben. Wir setzen auf das Selbstbedienungsprinzip, damit wir den Preis so gering wie möglich halten können.“ Mittags kann man im „Sattgrün“ ab 5,50 Euro speisen.

Der Lebensmittelskandal lässt jedoch nicht nur die Kassen klingeln, sondern auch die Herzen von überzeugten Vegetariern und Veganern höher schlagen. „Es kann nicht genügend Skandale geben“, sagt Kirsten Zeller, Gast im Sattgrün.

Eine Internet-Seite informiert über Restaurants, die fleischfreie Alternativen bieten: www.veggieguide.de

Frische Obstkörbe liefert Biodirekt ins Büro oder nach Hause: www.biodirekt.de

Da stimmt übrigens auch die Düsseldorfer Ernährungsberaterin Antonia Naber zu. Massentierhaltung ist aus ihrer Sicht überflüssig. „Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung beinhaltet nur zwei Fleischgerichte und drei Eier pro Woche.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer