Nach dem Fußballspiel zündeten Fans Autos und Straßensperren an. Bei den Ausschreitungen wurden 25 Polizisten verletzt.

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Am Samstagabend regierte in der Altstadt das Chaos. Autos und Barrikaden brannten, die Polizei rief Verstärkung aus den Nachbarstädten.

Am Samstagabend regierte in der Altstadt das Chaos. Autos und Barrikaden brannten, die Polizei rief Verstärkung aus den Nachbarstädten.

Marcus van Offern

Am Samstagabend regierte in der Altstadt das Chaos. Autos und Barrikaden brannten, die Polizei rief Verstärkung aus den Nachbarstädten.

Düsseldorf. Es sollte eine friedliche Aufstiegsparty werden - am Samstagabend in der Altstadt. Mit einem "Riesen-Freudenfest" hatte die Polizei im Vorfeld gerechnet. Stattdessen kam es zu massiven Ausschreitungen. Einsatzwagen wurden in Brand gesetzt, Polizisten und Feuerwehrleute mit Flaschen beworfen.

Viele Verletzte, viele Festnahmen - das gehört neben dem 1:0 gegen Werder BremenII auch zur Bilanz dieses Fußballtages.

Während die Stimmung im Stadion und auch danach auf dem Weg der Fanmassen in die City gelöst und ausgelassen war, kippte sie in der Altstadt ab dem frühen Abend. Nach 18.30 Uhr wurde die Polizei immer wieder zu Prügeleien gerufen.

Dann spielte sich das ab, was die Polizei seit Monaten bei Einsätzen rund um die Bolkerstraße erlebt: Die Konfliktparteien verbrüderten sich spontan, um statt aufeinander dann auf die Beamten loszugehen. Sprecher Wolfgang Rodax spricht von einem "hohen Aggressionspotenzial gegen die Polizei".

Am späteren Abend eskalierte die Situation. Gegen 22.30 Uhr zündeten Randalierer eine an der Mertensgasse selbst errichtete Straßensperre aus Kanthölzern, Paletten und Kartons an.

Als die Feuerwehr anrückte, um den Brand zu löschen, wurden die Einsatzkräfte angegriffen und mit Flaschen beworfen. Verletzte gab es zum Glück unter den Feuerwehrleuten nicht.

Viel zu tun aber blieb: Terrassen und Baustellen wurden beschädigt, ständig brannten bengalische Feuer und Raketen. Gegen 0.36 Uhr wurde dann sogar ein Transportbus der Polizei-Hundertschaft an der Mühlenstraße mit einem Brandsatz attackiert und brannte vollständig aus. Der Sachschaden beträgt rund 70000Euro.

"Das sind Dimensionen, die wir in Düsseldorf sonst nicht kennen."

47 Menschen behandelten die Mitarbeiter der Johanniter, 23 Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. 25 Verletzte gab es auch auf Seiten der Polizei, sechs Beamte sind dienstunfähig.

Rasch wurde in der Nacht Verstärkung aus anderen Städten gerufen, darunter 13 Diensthundeführer. In der Spitze waren 200 Polizisten im Einsatz, um die Randalierer in Schach zu halten. "Das sind Dimensionen, die wir in Düsseldorf sonst nicht kennen", sagt Rodax.

Erst gegen 4 Uhr am frühen Morgen beruhigte sich die Lage in der Altstadt. Im Präsidium ist man bislang unsicher, wie diese Randale-Nacht zu bewerten ist. Zunächst war man davon ausgegangen, dass es sich bei den Störern um die üblichen Altstadt-Randalierer wie in den vergangenen Monaten handelte.

Laut Rodax sind die 24 Festgenommenen im Alter von 15 bis 49 Jahren aber offenbar gewaltbereite Fußballfans. Für sie endete ein Tag der Freude für Fortuna in der Zelle.

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