Schwarz-Rot regiert seit 2014 im größten Stadtbezirk. Wie vereinbart tritt BezirksbürgermeisterWalter Schmidt (CDU) zurück. Marko Siegesmund will ihm nachfolgen.

Bilk
Bilker GroKo: Marko Siegesmund (l., SPD) tritt zur Wahl des Bezirksbürgermeisters an und will Walter Schmidt (CDU) im Amt folgen.

Bilker GroKo: Marko Siegesmund (l., SPD) tritt zur Wahl des Bezirksbürgermeisters an und will Walter Schmidt (CDU) im Amt folgen.

Bilker GroKo: Marko Siegesmund (l., SPD) tritt zur Wahl des Bezirksbürgermeisters an und will Walter Schmidt (CDU) im Amt folgen.

Siegesmund/Lepke, Bild 1 von 2

Bilker GroKo: Marko Siegesmund (l., SPD) tritt zur Wahl des Bezirksbürgermeisters an und will Walter Schmidt (CDU) im Amt folgen.

Düsseldorf. Eine Premiere in Düsseldorf wird es am 27. Februar in der Sitzung der Bezirksvertretung 3 geben: Dann wird der langjährige Bezirksbürgermeister Walter Schmidt (CDU) von seinem Amt zurücktreten. Auf der Tagesordnung des Stadtteilparlamentes, das ab 17 Uhr im Stadtteilzentrum Bachstraße öffentlich tagt, steht anschließend die Neuwahl seines Nachfolgers. Und hier wird SPD-Bezirksvertreter Marko Siegesmund kandidieren. Danach muss das Gremium über den Stellvertreter abstimmen. Hier tritt dann Walter Schmidt wieder an.

Ein Kanzlerwechsel innerhalb einer Großen Koalition in Berlin zur Hälfte der Legislaturperiode ist wohl undenkbar. Hier, auf Stadtbezirksebene, war eine „alternierende Federführung“ aber Bestandteil der Kooperationsvereinbarung, die im Juni 2014 von CDU und SPD unterzeichnet wurde. Beide Fraktionen hatten damals sechs Sitze im Stadtteilparlament bekommen. Beide hätten mit den Vertretern der Grünen ebenfalls eine Mehrheit stellen können. Doch ganz überraschend entschied man sich für die GroKo.

2014 war noch Susanne Garn von der SPD ausgewählt worden, mit Schmidt zur Halbzeit das Amt zu tauschen. Doch Garn gab ihr Mandat zurück, weil sie beruflich zur Stadtverwaltung wechselte. Danach wurde Lutz Goebels stellvertretender Bezirksbürgermeister, doch aus beruflichen Gründen verständigten sich Goebels und Siegesmund darüber, das Letzterer nun antritt.

Große Koalition im Bezirk ja, für Berlin lehnt Siegesmund sie ab

Der selbständige Finanzberater und Vater eines dreijährigen Sohnes ist Düsseldorfer, 41 Jahre alt und seit 20 Jahren politisch aktiv. Dies im SPD-Ortsverein Oberbilk. Er lebt am Fürstenplatz. „In unserem Bezirk entsteht extrem viel und ich finde es sehr spannend, dies alles begleiten zu können,“ sagt er. Es ist für Siegesmund „eine Ehre“ für das Amt zu kandidieren. Er kündigt an: „Die SPD wird den Generationenwechsel komplett machen. Lutz Goebels wird Nachfolger von Gerd Deihle als Fraktionsvorsitzender.“

„Die Rochade war ganz klar vereinbart, Wort ist Wort, Versprechen ist Versprechen,“ stellt der amtierende Bezirksbürgermeister Walter Schmidt fest. Auch den Zeitpunkt dafür hatte die Bilker GroKo für das erste Quartal 2018 festgesetzt. „Wir hatten ausgemacht, dass wir dies nicht während des Landtags- oder Bundestagswahlkampfs machen wollten“, berichtet Schmidt. Man habe ja nicht ahnen können, „dass die Bundestagswahl immer noch nicht abgeschlossen ist.“

Walter Schmidt ist 59 Jahre alt und seit 24 jahren für die CDU in der Bezirksvertretung 3 aktiv. Auch stellvertretender Bezirksbürgermeister war er bereits, aber seit 2009 eben der erste Mann dieses Gremiums. „Es ist ein schönes Amt bekennt er, es macht Spaß, aber es ist auch irre zeitaufwendig.“ Er habe allerdings neun Jahre lang einen sehr guten Draht zu allen Parteien gehabt, das sei wichtig. „Ich hoffe, dass es so weitergeht.“ Schmidt schließt auch nicht aus, 2020 erneut für die Bezirksvertretung zu kandidieren.

Jetzt arbeitet er erst mal in der GroKo weiter. Dazu steht auch Marko Siegesmund. Jedenfalls in seinem Bezirk. Die GroKo in Berlin dagegen wird das SPD-Mitglied ablehnen. Er sieht darin „vier verschenkte Jahre“ für die Erneuerung der Sozialdemokraten.

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