Im Dezember soll der Skatepark Eller eröffnen. Über die Sonne freuen sich die Bauarbeiter, Regen würde ihre Arbeit verzögern.

Im Dezember soll der Skatepark Eller eröffnen. Über die Sonne freuen sich die Bauarbeiter, Regen würde ihre Arbeit verzögern.
Matt Grabowski (Minus-Ramps.com) und Dorothea Schroeder (Jugendamt) freuen sich, wenn es endlich los gehen kann.

Matt Grabowski (Minus-Ramps.com) und Dorothea Schroeder (Jugendamt) freuen sich, wenn es endlich los gehen kann.

Melanie Zanin

Matt Grabowski (Minus-Ramps.com) und Dorothea Schroeder (Jugendamt) freuen sich, wenn es endlich los gehen kann.

Düsseldorf. Die Sonne strahlt auf die Baustelle. Unter einer schattenspenden Plane knien die Arbeiter und streichen den Beton glatt. Der wird ein helles grau annehmen, das zeigt sich nebenan: Hier steht bereits ein Teil der Anlage. Einer der Arbeiter ist Matt Grabowski. Der Inhaber von Minus Ramps trägt selbst Schienbeinschoner und hat einen Spachtel in der Hand.

Er ist verantwortlich für die Rampen, die bald im Skatepark Eller befahren werden sollen – dem größten Skatepark Deutschlands. Die Bauarbeiten für die 7000 Quadratmeter Anlage mit einer Fahrfläche von rund 3800 Quadratmeter sind im vollen Gange, denn die Sonne scheint. „Wir sind abhängig vom Wetter. Es braucht ein paar regenfreie Tage, damit der Beton trocknen kann“, erklärt Matt Grabowski. Aber die Bauarbeiten kämen gut voran, alles liefe im Zeitplan.

Lange mussten die Skater darauf warten, nun soll der Park laut Johannes Horn, Leiter des Jugendamtes Düsseldorf, im Dezember eröffnen.

Düsseldorfer Skater wirkten selbst bei der Planung mit

Weitere Arbeiten folgen im Frühjahr, wie etwa die von den Stadtwerken gesponserte Bepflanzung sowie ein Trinkwasserbrunnen. Außerdem soll ein kleinerer Teil überdacht werden. Warum es so lange gedauert hat? „Die Pläne standen schon länger, die Politik musste jedoch eine Grundsatzentscheidung fällen“, sagt Johannes Horn. Mit knapp unter zwei Millionen Euro sei der Kostenplan nicht überschritten. Für den laufenden Betrieb sei das Jugendamt in Gesprächen mit dem Stadtsportbund sowie für die Grünflächen mit der Jugendberufshilfe.

Das Jungendamt ist Bauherr der Anlage. Gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren wurden Ideen entwickelt und ihre Machbarkeit diskutiert – Düsseldorfer Skater waren in der Planung aktiv. Für die Koordination ist maßgeblich Dorothea Schroeder verantwortlich. Sie arbeitet beim Jugendamt und ist oft auf der Baustelle. Skaterin ist sie nicht, sie lacht. „Aber ich habe in den letzten Jahren viel gelernt“, sagt sie, während sie zwischen den Rampen entlanggeht.

Der Skatepark befindet sich in der Heidelbergerstraße in Eller. Informationen zum Bau finden sich auf der offiziellen Facebookseite

facebook.com/Skatepark-Eller-613210925532754/

Verantwortlich ist das Jugendamt Düsseldorf. Die Rampen und „Bowls“ baut die Firma Minus Ramps.

minus-ramps.com

Ein professioneller Skater, der in der Planung aktiv war, ist Thilo Nawrocki. Der Düsseldorfer ist zweimaliger Deutscher Meister und außerdem im Skateboard-Verein Düsseldorf aktiv. Er sei auch selbst häufiger auf der Baustelle, berichtet er. „Das wird der Düsseldorfer Skater-Szene einen Push geben.“ Der Skatepark am Ulenberg sei gut angenommen worden, reiche jedoch nicht aus. „In dem neuen Park können auch professionelle Wettkämpfe durchgeführt werden.“ Warum das alles so lange dauerte? „Skaten ist kein Fußball oder Tennis“, kommentiert Thilo Nawrocki.

Auch Matt Grabowski schwärmt von der neuen Anlage. Seine Firma baut ausschließlich Skateparks, seine Mitarbeiter sind alles Skater, die teilweise professionell gefahren sind. „Das ist der fortschrittlichste Park Deutschlands. Von seiner Größe, aber auch von seinem Inhalt her.“

„Das wird der Düsseldorfer Skater-Szene einen Push geben.“

Thilo Nawrocki, Düsseldorfer Profi-Skater

Der Skatepark Eller besteht aus vier Bereichen, ein Teil ist bereits betoniert. Die „Street-Area“ ist ein weitläufiger und ebener Teil. Hier stehen schon die Treppen und Geländer bereit, die den Skatern das Gefühl des städtischen Fahrens geben sollen. Das sei insbesondere auf Skateboard-Fahrer ausgelegt, erklärt Matt Grabowski. Die Anlage jedoch könne auch von BMX-Fahrrädern und „diversem anderen, was Rollen hat“, befahren werden. Währenddessen ziehen hinter ihm seine Mitarbeiter einen Träger hoch, auf dem Flutlichter befestigt werden. In der Mitte der „Street-Area“ befindet sich der Kinderstern. Dieser stehe für die Rechte der Kinder und wurde vom Düsseldorfer Künstler Imi Knoebel erstellt, erklärt Dorothea Schroeder.

Ein großes Gebiet der Anlage nehmen die „Bowls“ ein, wie es im Skateboarder-Jargon heißt. Diese erinnern an ein in den Boden eingelassenes Schwimmbecken mit steilen Wänden. Hier können die Skater bis zu 2,80 Meter in die Tiefe fahren. Das „Herz“ der Anlage, wie Matt Grabowski findet. Die „Flow Bowl Area“ ist ein Bereich mit abgerundeten Kanten, der ebenfalls tief in den Boden eingelassen ist. Hier wird derzeit betoniert.

Extra-Angebot für Kinder noch im Bau

Der vierte Bereich dient derzeit noch der Zufahrt von Baustellen-Fahrzeugen und ist dementsprechend noch nicht ausgebaut: der für Kinder. Die können auf einem leichteren Abschnitt fahren.

Nebenan ist ein Loch ausgehoben, aus dem eine zusätzliche kleine „Bowl“ entstehen wird. Die wird dann auch überdacht sein. Daneben soll ein Kiosk entstehen, der dann die Skater versorgt, erklärt Dorothea Schroeder.

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