Bis zum 19. November werden im Pflege-und Altenheim Flaschen, Einmachgläser und Alltagsgegenstände ausgestellt.

Bis zum 19. November werden im Pflege-und Altenheim Flaschen, Einmachgläser und Alltagsgegenstände ausgestellt.
Bewohnerin Christa-Maria Koch (v. l.) und Pflegerin Barbara Rieder schauen sich alte Gläser an.

Bewohnerin Christa-Maria Koch (v. l.) und Pflegerin Barbara Rieder schauen sich alte Gläser an.

Melanie Zanin

Bewohnerin Christa-Maria Koch (v. l.) und Pflegerin Barbara Rieder schauen sich alte Gläser an.

„Sie war die größte Hütte der Welt“, sagt Peter Schulenberg vom Förderkreis Industriepfad Düsseldorf. Die Rede ist von der Gerresheimer Glashütte. Um 1869 erbaut, war sie die erste ihrer Art. „Der Standort war besonders interessant. Das Bauland war günstig und die Lieferanten von Quarzsand, dem Hauptbestandteil von Glas, waren direkt um die Ecke in Erkrath und Gerresheim“, erklärt er.

Vor zwölf Jahren wurde die Glashütte geschlossen, heute steht noch das Gebäude der Elektrozentrale, das Kesselhaus und der Glasturm. In einem der Luftschutzkeller hat man noch alte Glasflaschen gefunden. „Sie stammen aus den Jahren 1930 bis 1980 “, sagt Peter Schulenberg. Einige von ihnen sind bis zum 19. November im Pflege- und Altenheim Gerricusstift ausgestellt. Die Ausstellungsstücke haben Peter Schulenberg und seine Frau Gaby in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim (FKI) ausgewählt. Sie stammen größtenteils aus dem Archiv des Ehepaars. „Wir freuen uns sie hier auszustellen. Einige der Anwohner haben in ihr gearbeitet“, sagt Remy Reuter, Leiter des Pflege- und Altenheims Gerricusstift, zur Ausstellungseröffnung am Dienstag.

Eine der Bewohnerinnen, die sich noch an die Arbeit in der Glashütte erinnern kann, ist die 85-jährige Elisabeth Graf: „Ich habe vier oder fünf Jahre in der Glashütte gearbeitet. Ich stand am Fließband und habe die Flaschen bedruckt. Wir mussten die Flaschen von einem Tisch nehmen und dann auf das Fließband stellen, dort wurde die Schrift eingebrannt. Auf der anderen Seite kamen die Flaschen trotz der großen Hitze, wieder ganz kalt raus.“

In der Glashütte wurde das Hohlmaß von Flaschen entwickelt

Helga Wehrmann hat Kindheitserinnerungen an die Hütte: „Einmal im Jahr kam der Glasbläser, der uns gezeigt hat wie er ein kleines Tier aus Glas hergestellt hat. Das hübscheste Mädchen hat immer die Figur bekommen!“ Auch die Kinder vom Kindergarten St. Magareta finden die Arbeit des Glasbläsers sehr spannend. Er sitzt in einer Ecke und schließt rote Flüssigkeit in ein Glasgefäß ein. „Besonders schön finde ich, wie der rote Saft dort hineinfließt“, sagt die sechsjährige Helena. Auf die Frage, ob sie denn weiß, was die Glashütte sei, schüttelt sie den Kopf.

„Durch die Glashütte wurde das Hohlmaß eingeführt, dass jede Flasche entweder 0,25 Liter, einen halben Liter oder einen ganzen Liter fasst“, erläutert Gaby Schulenberg vom Förderkreis Industriepfad Düsseldorf.“

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