Das Gericht bezieht seinen neuen Räume. 30 Mitarbeiter schleppen täglich 1500 Plastikwannen.

Wachtmeister Ralf Kamp (oben) im leeren Aktenlager der Gerichte. Auf dem Kellerflur (unten) stehen tausende Kartons für die Mitarbeiter der Justiz bereit.
Wachtmeister Ralf Kamp (oben) im leeren Aktenlager der Gerichte. Auf dem Kellerflur (unten) stehen tausende Kartons für die Mitarbeiter der Justiz bereit.

Wachtmeister Ralf Kamp (oben) im leeren Aktenlager der Gerichte. Auf dem Kellerflur (unten) stehen tausende Kartons für die Mitarbeiter der Justiz bereit.

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Wachtmeister Ralf Kamp (oben) im leeren Aktenlager der Gerichte. Auf dem Kellerflur (unten) stehen tausende Kartons für die Mitarbeiter der Justiz bereit.

Düsseldorf. Bis vor kurzem lagerten in den Kellern des Amts- und Landgerichtes hunderttausende Akten - das so genannte "tote Archiv". Das sind Jahrzehnte alte Schriftstücke, vor allem von Familien- und Scheidungssachen. Die Fälle sind schon lange abgeschlossen, doch die Gerichte müssen sie aufbewahren. Deswegen sind die Akten auch vom alten Gerichtsgebäude an der Mühlenstraße in den Oberbilker Neubau transportiert worden.

Würde man alle abtransportierten Akten aneinander reihen, ergäbe sich ein kantiger Wurm von rund 30 Kilometern. Zwei Drittel steuert das Amtsgericht bei, ein Drittel das Landgericht.

Dabei sind wenige Woche vor dem endgültigen Umzugstermine Anfang März die Archive längst nicht leer. Noch warten das Vereins-, das Handelsregister und das Grundbuch, auf die Möbelpacker mit den blauen Plastikwannen. Rund 1500 dieser Wannen packen die 30 Mitarbeiter des Umzugsunternehmens täglich voll, laden sie auf einen der neun 3,5-Tonner oder schieben sie auf die Ladefläche eines der beiden Zwölftonner, die zwischen Altstadt und Oberbilk pendeln.

Längere Öffnungszeiten am neuen Gerichts-Standort in Oberbilk

Im neuen Gerichtsgebäude an der Werdener Straße sorgt ein Archivsystem mit Rollregalen für Akten-Ordnung. Die alten Holzregale von der Mühlenstraße haben ausgedient und taugen bestenfalls als Brennholz.

Für die Besucher wird sich auch einiges ändern: So wurden die Öffnungszeiten bis auf 20Uhr verlängert. Außerdem stehen 160Besucher-Parkplätze zur Verfügung. Gab es in der Altstadt drei Gerichts-Eingänge, ist nun nur noch ein zentraler Zugangsbereich vorhanden. Das sorgt einerseits für mehr Sicherheit, weil dann Eingangskontrollen obligatorisch sind. Andererseits sollen ein zentraler Infostand sowie Anzeigetafeln, wie sie vom Flughafen oder aus Bahnhöfen bekannt sind, den Besuchern helfen, sich zu orientieren. Im unübersichtlichen und verwinkelten Bau an der Mühlenstraße gestaltete sich die Suche nach einem bestimmten Gerichtssaal mitunter abenteuerlich.

Während des Umzuges am Donnerstag und Freitag, 4. und 5. März, sowie am Montag, 8. März, sind alle Kammern des Landgerichtes und alle Abteilungen des Amtsgerichtes geschlossen. Am 8. März ist auch die Gerichtskasse geschlossen. Ein Eildienst ist aber eingerichtet.

Für eilige Angelegenheiten steht am Donnerstag und Freitag am alten Standort in der Altstadt ein Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Der Eildienst am Montag, 8. März, findet bereits am neuen Standort an der Werdener Straße 1 statt.

Wer Schriftstücke bei Gericht einreicht, muss Fristen wahren. Dazu reicht es in der Regel, sie bis Mitternacht in den Gerichtsbriefkasten zu werfen. Bis Sonntag, 7. März, ist die Frist noch bei Einwurf in den Briefkasten an der Mühlenstraße 34 gewahrt. Ab Montag, 8. März, müssen die Papiere in den Gerichtsbriefkasten des Neubaus, Werdener Straße1, geworfen werden.

In den Kellern an der Mühlenstraße, wo einst das "tote Archiv" lagerte, liegen zurzeit tausende gestapelte fabrikneue Kartons. Sie kommen am Donnerstag und Freitag, 4. und 5.März, zum Einsatz. Dann sind die Kammern und Abteilungen der Gerichte geschlossen und die Richter packen ihre Umzugskisten, um sie am Montag, 8. März, an der Werdener Straße wieder auszupacken, wo am 9. März die Gerichte ihren Dienst wieder aufnehmen sollen.

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