Laut Anklage soll der Mann sein Opfer ans Bett gefesselt und gegen ihren Willen mit ihr geschlafen haben.

Düsseldorf. War es eine Vergewaltigung oder erhebt eine verschmähte Ex-Geliebte aus Rache schwere Vorwürfe? Laut Anklage hatte ein 33-jähriger Mann am 4. Juni dieses Jahres seine Ex-Freundin Tanja R. (29) in seiner Wohnung mit Handschellen ans Bett gefesselt und gegen ihren Willen mit ihr geschlafen. Am Dienstag musste sich der Düsseldorfer vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte sagte am Dienstag nichts zu den Vorwürfen, seine Mutter aber machte seinen Standpunkt aus der letzten Reihe des Zuschauerraums deutlich. Sie schnaufte empört, als die Anklage verlesen wurde und kommentierte die Worte des Staatsanwaltes: "Das ist alles gelogen. Das ist doch lächerlich!" Schon vor Prozessbeginn hatte die Mutter ihren Sohn, der in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wurde, überschwänglich begrüßt und ihm einen Kuss auf den Mund gedrückt.

Bei einem ersten Streit zeigte der Freund ein anderes Gesicht

Mit ihr kamen Freunde des mutmaßlichen Täters, deren Gegenwart das Opfer fürchtete. Die Vernehmung der 29-Jährigen musste mehrfach unterbrochen werden. Dennoch schilderte sie der Vorsitzenden Richterin, dass sie den Angeklagten im Volksgarten kennengelernt und rund zehn Tage eine intensive Beziehung zu ihm gepflegt hatte.

"Ich war die meiste Zeit bei ihm. Es war schön, er brachte mich zum Lachen, war zärtlich", sagte Tanja R. mit leiser Stimme. Doch bei einem ersten Streit habe er ein anderes Gesicht gezeigt: "Er zerschlug einen Spiegel." Nach einigen Tagen Funkstille habe man sich dann aber wieder vertragen. Am 28. September wird die Vernehmung fortgeführt.

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