Eifersüchtiger Mann hatte die Ehefrau mit einer Axt attackiert.

Düsseldorf. Es war eine brutale Attacke eines emotional aufgebrachten Ehemannes: Weil seine Frau ihn angeblich mit seinem besten Freund betrogen hatte, schlug der Mann mehrfach mit einem Beil auf sie ein.

"Es war Glück, dass sie überlebt hat", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Mittwoch in seinem Plädoyer. Dennoch sei der Anklagevorwurf des versuchten Mordes nicht mehr haltbar. Weil der 36-jährige Angeklagte nach mehreren Schlägen von seiner Attacke abgelassen habe, sei er wegen gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen.

Laut Anklage hatte der Mann sich seiner Ehefrau, mit der er in Trennung lebt, trotz einstweiliger Verfügung genähert und sie verfolgt. Die Frau litt unter Angstzuständen, verließ die Wohnung nur noch selten oder in Begleitung. Auch den mutmaßlichen Lebensgefährten der Ehefrau soll er beschattet und in Handy-Kurznachrichten gedroht haben, "ein Schicksal werde ihn bald ereilen".

Mann zerschnitt seiner Ehefrau das Gesicht mit einer Rasierklinge

Während der Beziehung sei es häufig zu Handgreiflichkeiten gekommen, erinnerte am Mittwoch die Anwältin der Frau. Ihre Mandantin sei mehrfach ins Frauenhaus geflüchtet. Als er eines Tages Liebes-Emails zwischen seiner Frau und seinem besten Freund gefunden hatte, sei er wütend geworden. Im Streit griff er zur Rasierklinge, zerschnitt ihr das Gesicht. Er landete in der Psychiatrie. Während des Prozesses hatte der Mann die Tat gestanden.

Am 11. November 2009 attackierte der Mann seine Frau schließlich mit dem Beil. Sie war auf dem Weg zur S-Bahn-Haltestelle in Rath, als er sich von hinten anschlich. Laut Anklage zielte der erste Schlag auf den Kopf, zehn trafen Oberkörper und Kopf des Opfers. Laut Staatsanwaltschaft ist der Mann zwar psychisch krank, aber schuldfähig. Sie beantragte für beide Taten eine Gesamtstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten Haft. Eine Unterbringung in einer Psychiatrie sei nicht erforderlich, wohl aber eine Therapie. Ein Urteil wird für Freitag erwartet.

© WhatsBroadcast

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