OB Geisel stellte sich den Fragen zu Bauprojekten, viele Zusagen gab er jedoch nicht.

Wittlaer
Viele Menschen aus Wittlaer waren der Einladung des Heimat- und Kulturkreises zum Diskussionsabend gefolgt.

Viele Menschen aus Wittlaer waren der Einladung des Heimat- und Kulturkreises zum Diskussionsabend gefolgt.

David Young

Viele Menschen aus Wittlaer waren der Einladung des Heimat- und Kulturkreises zum Diskussionsabend gefolgt.

Düsseldorf. Wie soll sich der Düsseldorfer Norden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten baulich entwickeln? Diese Frage beschäftigt nicht nur manche Angermunder, die gegen Bauprojekte kämpfen, sondern auch die Menschen in Wittlaer und Kalkum. Am Freitagabend erhofften sie sich bei einer Diskussion des Heimat- und Kulturkreises Wittlaer Antworten von Oberbürgermeister Thomas Geisel – und bekamen zumindest in diesem Punkt eine mehr oder weniger eindeutige Reaktion: „Düsseldorf wächst weiter und auch Wittlaer kann und muss behutsam wachsen, ohne den dörflichen Charakter zu verlieren.“

Ganz konkret ging es auch um das Neubaugebiet am Wasserwerkweg: „Die geplante Mischung halte ich für gelungen. Wir müssen bei Neubauten natürlich auch die Erschließung im Blick behalten. Aber dieses Projekt ist nicht so groß, dass wir mit viel mehr Verkehr rechnen müssen.“ Zumindest für die nahe Zukunft schloss Oberbürgermeister Thomas Geisel großflächige Neubauten aus: „Da gibt es keine Pläne.“

Bauliche Maßnahmen anderer Natur wünschen sich die Anwohner in Wittlaer aber schon lange: Die Straßen Wittgatt und Bockumer Straße müssen saniert werden. Das sei ihnen schon 2009 von der Verwaltung versprochen worden. „200 Meter wurden auch toll saniert. Der Rest wäre aber auch nötig“, klagte ein Anwohner. Geisel sicherte zu, auch das „mitzunehmen“. Allerdings nicht ohne eine kleine Spitze gegen seinen Vorgänger: „Die Schlagzahl war damals nicht so hoch, wie ich sie mir heute wünsche.“

Auch die Zukunft von Schloss Kalkum war ein Thema

Ebenfalls sanierungsbedürftig seien die Sportanlagen. Sowohl der Kunstrasenplatz des Vereins als auch die Turnhalle der Grundschule müssten dringend erneuert werden. Auch hier räumte Geisel Handlungsbedarf ein, verwies auf den Masterplan Schulen und darauf, dass die Stadt derzeit alle Kunstrasenplätze nach und nach saniere. „Das sind Missstände, die wir ausräumen müssen.“

Geisel äußerte sich auch zur Zukunft von Schloss Kalkum. Er schloss nicht aus, dass die Stadt den Innenhof und Schlossgarten betreiben könnte. Allerdings müsste dazu zunächst der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) ein Konzept vorlegen. „Aber der BLB ist nicht die dynamischste Truppe.“

Zu der Sorge der Bürger, der Supermarkt auf der Bockumer Straße könnte schließen, wenn es keine Genehmigung für einen Anbau gibt, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Ich bin der Auffassung, dass man die Bedeutung für den Stadtteil bei der Baugenehmigung berücksichtigen sollte.“

Reichlich Vorschläge kamen auch zur Verkehrssituation im gesamten Norden: Eine Verbindung zwischen A44 und Rotterdamer Straße, um den Pendlerverkehr umzulenken, zusätzliche Park&Ride-Parkplätze an den Stadtbahnstationen und zusätzliche Züge auf der U79 zu den Stoßzeiten sind allesamt Ideen, die Geisel prüfen lassen möchte.

Dass die U79 auch in einigen Jahren noch bis nach Duisburg fährt, konnte Geisel nicht versprechen. „Duisburg müsste 25 Millionen Euro in neue Technik investieren. Das Geld hat die Stadt nicht. Die Gespräche mit dem Ministerium laufen. Das Problem ist, dass Modernisierungen nicht förderfähig sind. Zur Not wäre ich aber für eine Lex Duisburg“, erklärte Geisel.

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