Trotz Warnungen gehen viele Menschen immer wieder auf verbotene Eisflächen.

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Sabrina Kexel und Stefan Döhring vom Ordnungsamt wachen bei frostigen Temperaturen routinemäßig auch darüber, dass Eisflächen, die nicht freigegeben wurden, auch nicht betreten werden.

Sabrina Kexel und Stefan Döhring vom Ordnungsamt wachen bei frostigen Temperaturen routinemäßig auch darüber, dass Eisflächen, die nicht freigegeben wurden, auch nicht betreten werden.

Ziegler

Sabrina Kexel und Stefan Döhring vom Ordnungsamt wachen bei frostigen Temperaturen routinemäßig auch darüber, dass Eisflächen, die nicht freigegeben wurden, auch nicht betreten werden.

Düsseldorf. Tiefe Löcher klaffen in der Eisdecke des Spiegelweihers hinter dem Benrather Schloss. Auf der tauenden Eisschicht liegt grauer Schnee. Wirklich tragfähig erscheint die schwindende Eisdecke am Montagnachmittag nicht mehr. Am Wochenende zuvor waren noch zig Leute mit Schlittschuhen auf dem Eis unterwegs - obwohl es verboten ist.

Dennoch gibt es auch bei Tauwetter noch Mutige, die in die Stärke der Eisschicht vertrauen. Sie werden schnell von Stefan Döhring und Sabrina Kexel vom Eis "geholt". Die beiden sind gemeinsam im Dienste des Ordnungsamtes unterwegs und wachen bei frostigen Temperaturen routinemäßig auch darüber, dass Eisflächen, die nicht freigegeben wurden, auch nicht betreten werden.

Um 14.45 Uhr beginnt ihre Streife durch den Benrather Schlosspark. Er ist die letzte Station auf dem Weg durch die Düsseldorfer Parks. Heute wurde noch niemand unerlaubt auf einem Gewässer ertappt. Sechs Teiche wurden kontrolliert. "Langsam taut das Eis und damit wird das Betreten der Eisflächen immer gefährlicher", sagt Döhring.

Nicht nur die illegalen Eisläufer machen den beiden zu schaffen, auch die gelben Rettungsleitern, die an jedem Ende des Sees für die Rettung von Eingebrochenen liegen, werden zerstört, geklaut und in die Gewässer geworfen. "Im Ernstfall kann man dann nicht helfen und muss auf das Eintreffen der Feuerwehr warten", so Döhring weiter.

Auch die DLRG in Düsseldorf warnt eindringlich davor, die Leitern von ihrem Platz zu entfernen. Ein schriller Pfiff hallt über den Weiher. Döhring und seine Kollegin haben einen Jungen entdeckt, der mitten auf dem Eis mit einer Schneeschaufel spielt. Die beiden laufen zu dem Jungen. "Sofort runter vom Eis", ruft Döhring. Angekommen bei der Familie des Jungen, erhält der Vater eine Belehrung. Bußgelder können vom Ordnungsamt nicht verhängt werden.

"Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand der Leute und klären sie über die Gefahren auf", sagt Döhring. "Meistens sind die Leute auch verständnisvoll und sehen ihren Leichtsinn ein", ergänzt Kexel. In diesem Fall stoßen die beiden aber auf einen Überzeugungstäter: "Das Eis ist dick genug", sagt Georg Kotlien. "Seit drei Tagen fahren wir auf dem Eis."

Zudem sei das Wasser nur knietief und er beaufsichtige seinen Sohn. Keines der Argumente der OSD-Mitarbeiter scheint ihn zu überzeugen. Auch seine Vorbildfunktion als Erwachsener sehe er dadurch nicht gefährdet. Verständnislos über den Einsatz des Ordnungsamtes geht er schließlich weg. "Mehr als aufklären können wir nicht", sagt Döhring kopfschüttelnd.

Offiziell ist das Betreten von Eisflächen verboten. Darauf weisen Schilder an Teichen und Seen hin. Zum Betreten der öffentlichen Eisflächen kann nur die Stadt eine Freigabe erteilen. Diese Freugabe wird es aber kaum geben, da die Stadt dann auch für Unfälle haften müsste.

Die DLRG gibt deshalb Richtwerte für die Mindestdicke von Eisflächen heraus: "Ab etwa 15 Zentimetern kann man stehende Gewässer betreten, bei offenen Gewässern sollte die Eisdicke mindestens 18 Zentimeter betragen", so Roland Scheidemann von der DLRG Düsseldorf. So weit ist es in Düsseldorf aber noch lange nicht.

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