Zur Medica ist die Stadt proppevoll. So voll, dass sich in der U-Bahnstation am Hauptbahnhof am Dienstag gefährliche Szenen abspielten.

Medica Messe ansturm an der U-Bahnstation HBF
Am Dienstagmorgen in der U-Bahnstation Hauptbahnhof: Hunderte Menschen warten auf einen Zug Richtung Messe, der hintere Teil des Bahnsteigs ist wegen Bauarbeiten gesperrt.

Am Dienstagmorgen in der U-Bahnstation Hauptbahnhof: Hunderte Menschen warten auf einen Zug Richtung Messe, der hintere Teil des Bahnsteigs ist wegen Bauarbeiten gesperrt.

Zanin

Am Dienstagmorgen in der U-Bahnstation Hauptbahnhof: Hunderte Menschen warten auf einen Zug Richtung Messe, der hintere Teil des Bahnsteigs ist wegen Bauarbeiten gesperrt.

Düsseldorf. Das hätte auch böse ausgehen können: Was WZ-Mitarbeiter Fritz Edelhoff am Dienstagmorgen in der U-Bahnstation unter dem Hauptbahnhof erlebt hat, dürfte nicht passieren. In einem extremen Gedrängel sind nur durch Glück keine Menschen zu Schaden gekommen.

Das Problem: Hunderte Fahrgäste wollten gleichzeitig zur Großmesse Medica. Doch auf der Linie U78 fuhren die Züge nicht nach Fahrplan - infolge eines Oberleitungsschadens in Heerdt am frühen Morgen. Von 4 bis 6 Uhr konnte keine Stadtbahn das Depot verlassen. Das brachte den Fahrplan „völlig aus dem Takt“, wie Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster erklärte. Folge: Regelrechte Menschenmassen stauten sich auf dem Bahnsteig. Dort finden zurzeit Bauarbeiten statt, fast die Hälfte des Bahnsteiges ist daher gesperrt.

Menschen fahren per Rolltreppe in die Menge – dort ist kein Platz

Das Ergebnis: Es kommt mehrfach zu gefährlichen Szenen. „Der Bahnsteig war so überfüllt, dass die Menschen, die mit der Rolltreppe nach unten fuhren, nicht mehr die Möglichkeit hatten, diese zu verlassen“, erzählt Edelhoff, der sich selbst auch auf die Rolltreppe begeben hatte, die von der Mitte der Bahnhofspassage nach unten führt. „Während ich selber noch Glück hatte und in einer Lücke gerade noch einen sicheren Stand bekam, gerieten viele Menschen hinter mir ins Stolpern und mussten sich gegenseitig stützen, um sich auf der gnadenlos weiterfahrenden Rolltreppe nicht ernsthaft zu verletzen.“

Zwar stoppten Sicherheitsleute wenig später die Rolltreppe. Doch weil die Zugänge offenblieben, gab es weiter Gedrängel. „Ich habe sogar befürchtet, dass einige Fahrgäste von hinten über die Bahnsteigkante gedrängt werden könnten“, sagt Fritz Edelhoff.

Erst gegen Mittag fuhren die Bahnen wieder einigermaßen im Takt, normalisierte sich die Situation. Die betroffenen Rolltreppen blieben mehrere Stunden bis 11.30 Uhr gesperrt.

Die Rheinbahn beteuert, sie habe die Lage auf dem Bahnsteig im Griff gehabt. Schuster: „Wir haben dort zurzeit deutlich mehr Sicherheitspersonal im Einsatz als sonst. Allein elf Mitarbeiter sind unten auf dem Bahnsteig präsent. Dazu kommen noch Posten, die oben die Zugänge beobachten, die Fahrgäste zählen – und gegebenenfalls die Rolltreppen stilllegen. Und so ist es ja auch am Dienstagmorgen passiert.“ Edelhoff aber meint: „Die Sicherheitskräfte haben zu spät reagiert.“

Die Baustelle im U-Bahnhof Hauptbahnhof – dort wird zurzeit der Brandschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht - dauert mindestens bis April 2018. Bis dahin wird es in Düsseldorf noch mehrere Großmessen geben. Die Frage, ob Rheinbahn Konsequenzen aus den Erfahrungen von Dienstag ziehen wird, blieb offen. Denbar wäre der Einbau einer Trennwand entlang der Bahnsteigkante. Die Türen darin öffnen sich nur, wenn auf dem Gleis auch ein Zug steht. Ansonsten bleiben sie geschlossen – so wird verhindert, dass Fahrgäste vom Bahnsteig aufs Gleis fallen, weil sie von nachrückenden Menschen immer weiter nach vorn geschoben werden. Solche Absperrungen gibt es in vielen Metro-Systemen weltweit.

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