Zwei Jahre nach einem Beschluss des Stadtrates ist immer noch nichts passiert. Jetzt sollen Container die Lösung bringen.

Ein Sommer-Happening auf der Tonhallenterrasse im Jahr 2007 – nächstes Jahr soll das wieder möglich sein.
Ein Sommer-Happening auf der Tonhallenterrasse im Jahr 2007 – nächstes Jahr soll das wieder möglich sein.

Ein Sommer-Happening auf der Tonhallenterrasse im Jahr 2007 – nächstes Jahr soll das wieder möglich sein.

Schiko

Ein Sommer-Happening auf der Tonhallenterrasse im Jahr 2007 – nächstes Jahr soll das wieder möglich sein.

Düsseldorf. Langsam, langsamer, Verwaltung. Zumindest was die Gastronomie auf der Tonhallen-Terrasse angeht, scheint diese polemische Steigerungsform zu stimmen. Fast zwei Jahre nach einem interfraktionellen Ratsbeschluss ist dort immer noch kein neuer Ausschank in Sicht. Die Verwaltung kreißt, aber gebiert nichts als Papier. Dabei begann die Hängepartie als echte Erfolgsgeschichte.

Los ging sie im Sommer 2003, damals baute der Gastronom Hamed Shahi (35) zum ersten Mal einen Getränkeausschank auf der Terrasse der Tonhalle auf. Mit Rheinblick, Schirmen, Stühlen und Holz-Paletten, auf denen es sich die vor allem jüngeren Gäste bequem machten. Bei Club-Musik wurde Caipirinha getrunken und geklönt.

Das sommerliche Open-Air-Happening erregte allerdings den Unmut des damaligen Oberbürgermeisters Joachim Erwin. 2007 stoppte er die Gastro. Sie sei nicht schick genug, die Toilettenfrage müsse besser gelöst werden. Einen Ratsbeschluss, sie wieder zu ermöglichen, beanstandete Erwin mit einer grotesken Begründung. Im Ratsbeschluss hatte gestanden, die Verwaltung möge "ein gastronomisches Angebot für die Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger" sicherstellen. Erwin konterte allen Ernstes, dies widerspreche dem Gleichbehandlungsgrundsatz - man könne Nicht-Düsseldorfer nicht vom Besuch ausschließen.

"Es ist skandalös, dass man einen Ratsbeschluss so hinauszögert."

Das hatte der Rat auch nicht so gemeint. Im November 2007 gab es einen neuen Beschluss mit anderer Formulierung. Seitdem ist bloß viel Papier produziert worden. Die Verwaltung beauftragte ein Architekturbüro, das schicke Gastro-Aufbauten plante, wo es bisher Holzpaletten taten. Sah gut aus, war aber nicht finanzierbar.

Jetzt bekam der Stadtrat einen neuen Sachstand mitgeteilt: Um Kosten zu sparen, hat das Architekturbüro vorgeschlagen, "statt fester Aufbauten drei optisch ansprechend gestaltete Container" zu platzieren und die "entsprechenden Anschlüsse an das Gebäude herzurichten". Das ist alles - nach zwei Jahren Diskussion.

"Es ist skandalös, dass man einen Ratsbeschluss so hinauszögert", ärgert sich Grünen-Fraktionssprecher Günter Karen-Jungen. "Ich erwarte von der Verwaltung, dass sie jetzt zügig agiert, so dass wir wenigstens nächsten Sommer ein Angebot haben."

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe will das nicht zusagen. Nur soviel: "Wir werden die aktuelle Planung im nächsten Kulturausschuss vorlegen." Vorwürfe, die Verwaltung arbeite zu langsam, weist er zurück: "Manche Dinge sind nicht so einfach, wie man sich das vielleicht vorstellt."

Hamed Shahi kann es egal sein, er ist sowieso aus dem Spiel raus. Das Catering-Unternehmens GCS (u.a. Bar am Kaiserteich und zuständig für die Gastro innerhalb der Tonhalle) - soll auch den Außenbereich übernehmen.

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