Sparen lässt sich vor allem durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter – die Auswahl erfordert aber Zeit und Sorgfalt.

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Düsseldorf. Nicht heizen, wenn die Fenster sperrangelweit auf stehen und die Lampen ausmachen, wenn man das Haus verlässt. Zwei grundlegende Tipps zum Energiesparen, die jeder schon einmal gehört hat und vermutlich auch beherzigt. Viel leichter lässt sich kaum Geld sparen - leichter auf jeden Fall als zu einem möglicherweise günstigeren Strom- oder Gasanbieter zu wechseln. Denn die Zahl der Energieunternehmen, die mit günstigem Strom um Kundschaft buhlen, ist riesig. Ebenso die Auswahl an Tarifen, die den unbedarften Wechselwilligen auf den ersten Blick schier erschlagen. Gut 250 sind es für Düsseldorf.

Dennoch macht Jürgen Schröder, Jurist bei der Verbraucherberatung und Experte für Energierecht, eine klare Ansage: "Wer sich immer noch in der Grundversorgung seines lokalen Anbieters befindet, sollte sich schleunigst mit einem Wechsel beschäftigen." Allerdings müsse man dazu die unterschiedlichen Tarife gründlich prüfen. Im Internet gibt es reichlich Preisrechner, die die Angebote der Versorger kostenlos miteinander vergleichen. Einen guten Ruf hat etwa der Verivox-Rechner, unter anderem Testsieger bei der Stiftung Warentest.

Vorsicht bei Vorauszahlungen oder der Abnahme von Mindestmengen

Mit Hilfe der eigenen Postleitzahl und des Verbrauchs spuckt die Maschine die Tarife aus und vergleicht sie mit dem Durchschnittspreis des lokalen Anbieters. Wer will, kann durch die Software Sonderangebote, Paketpreise oder Wechsel-Boni herausfiltern lassen. Nicht unwichtig beim Preisvergleich: "Wichtig ist, dass man sich über wirklich alle Konditionen informiert", sagt Schröder. Vorsicht sei bei Paketpreisen (Mindestabnahmemenge), Bonuszahlungen oder Vorauskasse geboten. "Geht ein Anbieter in die Insolvenz, ist das Geld meist weg."

Auch, wer auf viel Wert legt, sollte nicht voreilig wechseln. "Der Preis ist zwar oft ein Argument", sagt Stadtwerke-Sprecherin Christina Näckel. "Der Service ist es aber auch." Der Versorger versucht etwa mit kostenloser Energieberatung zu punkten, bietet Service rund um die Uhr und schreckt auch vor Hausbesuchen nicht zurück. "Viele Kunden schätzen uns als Düsseldorfer Traditionsunternehmen und unser Engagement in Kultur und Sport", sagt Näckel.

"Wir haben mehr neue Kunden als uns alte verlassen und liegen unter der bundesweiten Wechselquote." Die ist laut Verbraucherzentrale eher gering. "Nur unter zehn Prozent wechseln den Anbieter", sagt Verbraucherberater Schröder. Übrigens: Wem regionales Engagement etwas wert ist, kann sich seinen Anbieter auf dem Energieverbraucherportal suchen. Dort geht es nicht nur um Geld.

1. Schritt Preise und Angebote vergleichen und sich den passenden Anbieter heraussuchen. Obacht: Der auf den ersten Blick günstigste Versorger muss nicht immer die besten Konditionen haben (Laufzeiten vergleichen!).

2. Schritt Das Vertragsformular des neuen Anbieters ausfüllen und abschicken (meist geht das auch im Internet). Dabei muss der Zählerstand angegeben werden.

3. Schritt Der neue Versorger kündigt den Vertrag beim alten. Meist erfolgt die Umstellung innerhalb von vier bis zehn Wochen, meist zum Monatsanfang.

Wissenswertes Für den Verbraucher ergibt sich bis auf die Kosten keine große Änderung, ein neuer Zähler ist nicht notwendig. Bei der Umstellung kommt es nicht, wie häufig befürchtet, zu Stromunterbrechungen. Selbst im Falle einer Insolvenz des neuen Anbieters muss der örtliche Versorger Strom liefern. Das ist im Stromversorgungsgesetz festgelegt.

Ach was!? So funktioniert auch der Wechsel des Gasanbieters.

Service oder nicht, für viele ist der Preis entscheidend. So sind 145 Euro ein Argument, über einen Wechsel nachzudenken. Den Betrag kann eine Familie sparen, wenn sie statt des klassischen Stadtwerke-Tarifs einen anderen Anbieter wählt. Die Grafiken zeigen die fünf Strom- und Gasanbieter, die gestern den günstigsten Kurs angeboten haben.

Der Wechsel zum neuen Anbieter ist bei nötiger Recherche keine große Sache (siehe auch Info-Kasten rechts). Energiesparen fängt aber viel früher an: Licht aus und Türe zu sind immer noch die einfachsten Geldsparer. Außerdem hilft dabei die Verbraucherberatung: Sie hat die Broschüre "99 Wege Strom zu sparen" zum kostenlosen Download bereitgestellt unter:

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