Garath: Verschönerung des Nebenzentrums und mehr Licht sind die Wünsche fürs neue Jahr.

Düsseldorf. Klaus Mauersberger (CDU), Bezirksvorsteher in Garather und Hellerhof hat für seinen Stadtbezirk 10 einen großen Wunsch: Endlich das Schmuddelimage zu überwinden, das den Stadtteilen aus der Retorte seit über 40 Jahren anhaftet. Denn er ist in Garath aufgewachsen und lebt nun mit seiner Familien in Hellerhof. Und zwar gerne. "Aus Polizeisicht ist es im Süden sicher und ruhig, deshalb muss alles, was den Stadtteil aufwertet, vorangetrieben werden", fordert er. Aber Mauersberger ist Realist. Auf seine Visionen befragt, wird er vorsichtig. Er hält sich lieber an konkrete Planungen.

Einkaufszentren Nach der Umgestaltung des Hauptzentrums, steht die Neugestaltung des Nebenzentrum Nordwest zwischen Paul-Kleesattel-Straße und Johannes-Radtke-Straße für 360000 Euro an. Im Frühjahr sollen bei einem Workshopverfahren die Wünsche der Anwohner gesammelt werden. Dass dort wieder ein Supermarkt hinkommt, hält Mauersberger zwar für wenig wahrscheinlich. "Aber es gibt dort ein sehr gutes Umfeld - zumal die Rheinwohnungsbau in diesem Bereich ihren kompletten Wohnungsbestand saniert. Und wo das nicht möglich ist, abreißt und neu baut. Jetzt muss auch die Stadt ihren Beitrag dazu leisten", sagt Mauersberger.

Sicherheit Systemtisch abgebaut wurden in den letzten Jahren die Angsträume im Stadtteil. "Aber es gibt immer noch Ecken, in denen die Bürger ein mulmiges Gefühl haben", gibt Mauersberger zu. Das liege vielleicht nur an einer einzelnen Laterne, die repariert werden muss. Deshalb plant der Bezirksvorsteher noch in diesem Jahr einen Rundgang mit Bürgern, Polizei und OSD durch die dunklen Ecken im Stadtteil.

Im Bereich der S-Bahnhöfe jedenfalls sind schon weitgehend die Weichen gestellt: Beide Bahnhöfe erhalten 2009 eine Videoüberwachung. Der Hellerhofer Bahnhof bekommt neues Mobiliar und in Garath wird dem Pächter der in den Bahnhof integrierten Kneipe gekündigt. "Bei einer Neubelegung muss darauf geachtet werden, dass dort sich nicht wieder eine Kaschemme etabliert", fordert Mauersberger.

Heizkosten Beim Bau von Garath wurde bewusst auf eine zentrale Versorgung mit Fernwärme gesetzt. Mit dem Nachteil, die Garather bis zum Herbst mehr Geld für eine warme Stube bezahlen mussten als der Rest der Stadt. Schon letztes Jahr forderte Ratsherr Hans-Jochem Witzke (SPD) als Vorsitzender des Mietervereins deshalb niedrigere Preise.

So pauschal wie gefordert, werden diese nicht kommen, denn viele Wohnungsgenossenschaften haben ihre Häuser noch nicht modernisiert. Mauersberger will nun die säumigen Genossenschaften dazu animieren, in ihre Häuser zu investieren. "Es kann nicht sein, dass eine Partei die andere zum Handeln auffordert und selbst nichts tut", sagt er. Deshalb will er Mieter, Wohnungsgenossenschaften und Stadtwerke an einen Tisch holen. Ein erstes Treffen ist für heute um 19 Uhr im Mehrgenarationenhaus Hell-Ga an der Ricarda-Huch-Straße geplant.

Die alten Idyllen im jungen Stadtteil hervorheben

Und noch einen lang gehegten Traum hat Mauersberger: Er möchte das Garather Schloss wieder verstärkt für die Bevölkerung öffnen. Die Zeichen stehen dafür günstig, denn die Matrix, der das Schloss seit den 1994 dort ein Managementcenter betreibt, überlegt alternative Nutzungen. Es laufen Gespräche mit der Heinrich-Heine-Universität, dort eine deutsch-chinesische Business-School zu eröffnen. "Das würde junge Leute nach Garath bringen." Parallel dazu könnte der historische Park umgestaltet und erweitert werden. "Aber das sind vorerst nur Ideen, niemand kann sagen, ob sie auch verwirklicht werden."

Keine Träumerei mehr ist die die Wiederbelebung des Hellerhofer Reiterhofes. Nach zwei Jahren Leerstand galoppieren seit letztem Sommer auf den Weiden wieder Pferde, können die Kinder dort Reitunterricht bekommen

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