Fußballer und ihre Frisuren sind ein Kapitel für sich. Das bekamen auch Kö-Friseurin Carolin Hofer und ihr Team zu spüren.

Fußballer und ihre Frisuren sind ein Kapitel für sich. Das bekamen auch Kö-Friseurin Carolin Hofer und ihr Team zu spüren.
Die jungen Spieler des SC Düsseldorf West kamen am Samstag zur Frisurenparty ins Girardet-Haus an der Kö.

Die jungen Spieler des SC Düsseldorf West kamen am Samstag zur Frisurenparty ins Girardet-Haus an der Kö.

Serge Gnabry (li) und Mitchell Weiser und ihre U 21-Teamkollegen ließen kurz vor dem Finale in Krakau einen Frisör aus Deutschland einfliegen.

Das Styling muss stimmen bis in die Haarspitzen: Pierre-Emerick Aubameyang und ...

...Mario Gomez pflegen enge Kontakte zum Frisör ihres Vertrauens.

Judith Michaelis/dpa, Bild 1 von 4

Die jungen Spieler des SC Düsseldorf West kamen am Samstag zur Frisurenparty ins Girardet-Haus an der Kö.

Düsseldorf. „Runter mit der Sommermatte“, lautete das Motto einer Frisurenparty, bei der die Spieler der SC Düsseldorf West bei Kö-Friseurin Carolin Hofer neue Looks verpasst bekamen. „Nicht zu viel“ oder „nur die Spitzen“: Witzig, was sonst eher ein Frauending ist, beschäftigt auch viele der 20 jungen Kicker, nachdem sie beim Kö-Coiffeur im Girardet-Haus eintrudeln. Schnell wird klar: Die Jungs haben nicht nur auf dem Rasen den Durchblick, sondern auch in Sachen Frisuren ganz genaue Vorstellungen.

Das Styling der Haare ist unter Fußballern gerade ein großes Thema. Dortmunds Starkicker Pierre-Emerick Aubameyang soll regelmäßig nach Paris reisen, um seine Haare richten zu lassen und hat den Frisör seines Vertrauens zu diesem Zweck auch schon nach Deutschland kommen lassen. Mario Gomez und Mesut Özil sollen dergleichen während der EM 2016 in Frankreich organisiert haben, und aktuell spricht man über die U 21-Junioren. Sie baten kurz vor dem EM-Finale am 30. Juni darum, einen Frisör aus Deutschland ins Teamquartier nach Krakau einfliegen zu lassen, was Trainer Stefan Kuntz schließlich erlaubte, um den Jungs zu machen.

Auch in Düsseldorf geht es am Samstag um die Verschönerung von Fußballerköpfen. „Nur ein bisschen soll ab“, sagt Torhüter Sebastian Siebenbach. Er ist aber durchaus offen für neue Stylingideen. Außer: Farbe, das kommt eher nicht in Frage. „Ich guck’ mal, welche Ideen es gibt“, sagt er schmunzelnd.

Die Idee zu der Aktion – als Vorbereitung auf die neue Saison der Oberliga – hatte Mark Wilhelm, Gründer und Partner der Kanzlei Wilhelm und Hofer. „Als ich die Jungs kürzlich bei einer Feier traf, kam mir die Idee, sie zu einer Frisurenparty einzuladen“, sagt Wilhelm. „Da sie außerdem alle in Adiletten kamen, dachte ich: Die brauchen auch ein paar schicke Schuhe.“ Wilhelm: „Das ist das witzigste Sponsoring, das die Sozietät je gemacht hat.“

Schnell ist die Frisurenparty in vollem Gange. Die ersten Kicker genießen in Beinhochlage und bei kühlem Bierchen zunächst eine Kopfmassage. Verteidiger Murat Yildiz beobachtet das Ganze erstmal. Der 19-Jährige mit dunkelgelocktem Pferdeschwanz und Dreitagebart gesteht: „Am liebsten würde ich nichts abschneiden lassen. Vielleicht ein bisschen die Spitzen.“

„Auf keinen Fall verschneiden!“, mahnt Rico Weiler. Der Innenverteidiger trägt sein Haar an den Seiten und hinten sehr kurz, während das Deckhaar länger ist. Auf diese Weise kann er es zu einem Zopf am Hinterkopf zusammenfassen. Für den Fall der Fälle trägt er an seinem Handgelenk ein Haargummi. „Ein bisschen die Konturen,“ sagt Rico.

„Ich möchte mir die Haare eher nicht schneiden lassen“, verrät Kapitän und Mittelfeldspieler Christoph Zilgens augenzwinkernd. „Ich finde es aber super, dass uns das ermöglicht wird.“ Und: „Es geht auch um die Gemeinschaft.“

Stürmer Anton Bobyrew hat klare Vorstellungen von dem, was Friseurin Carolin Hofer mit seiner Haarpracht anstellen darf: „Nicht all zuviel, ein bisschen Spitzen und ein wenig nachjustieren.“ Er war erst kürzlich beim Friseur. „Ich gehe aber sowieso alle drei Wochen zum Haareschneiden“, sagt der Fußballer, der bei seiner Frisur nur bedingt experimentierfreudig ist. „Schon von Berufs wegen bin ich eher konservativ unterwegs“, sagt der 30 Jahre alte Polizeibeamte. „Daher kommen wilde Kreationen für mich eher nicht in Frage.“ Carolin Hofer kann ihn beruhigen: „Das ist eine klassische Variante eines Schnitts, der aktuell bei Herren im Trend liegt: ein Undercut mit extrem kurzen Seiten und längerem Deckhaar.“

Derweil kommt Coiffeur Ege Esen bei Rico Weiler in Fahrt. Schnell liegen zentimeterlange Haarbüschel auf dem Boden. „Das mit dem Pferdeschwanz wird jetzt glaub’ ich eng“, sagt Rico und lacht. Aber der neue Look gefällt ihm richtig gut.

„Das ist eine besondere Aktion in einer besonderen Lage“, freut sich auch Trainer Marcus John, der seine Jungs, ebenfalls mit brandneuem Haarlook, trainieren wird.

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