Das Düsseldorfer Fundbüro bereitet sich auf die Versteigerung am Dienstag vor.

Wie sich Werner Schwarz auf Versteigerungen vorbereitet. Dienstag ist die nächste.
Werner Schwarz präsentiert einen Höhepunkt der Versteigerung am kommenden Dienstag: Es werden 20 I-Phones versteigert.

Werner Schwarz präsentiert einen Höhepunkt der Versteigerung am kommenden Dienstag: Es werden 20 I-Phones versteigert.

Judith Michaelis

Werner Schwarz präsentiert einen Höhepunkt der Versteigerung am kommenden Dienstag: Es werden 20 I-Phones versteigert.

Düsseldorf. In einer Ecke stehen Gitarren, daneben stapeln sich Kisten voller Klamotten. Im Regal liegt ein Plastik-Totenkopf neben einer Beinprothese. In den Lagerräumen des Düsseldorfer Fundbüros reihen sich Alltagsgegenstände neben Kuriositäten ein. Alles was nicht innerhalb der letzten sechs Monate vom Besitzer abgeholt wurde, wird nun versteigert.

Die Tage und Wochen vor einer Versteigerung bedeuten für die vier Mitarbeiter des Fundbüros vor allem mehr Arbeit. Werner Schwarz, der langjährige Leiter des Fundbüros, sucht die besten Stücke heraus. „Wir versteigern aber nicht alles, nur um unser Lager leer zu bekommen“, betont er. Defekte Elektrogeräte werden verschrottet und schmutzige Klamotten werden weggeschmissen.

In den Lagerräumen sammelt sich innerhalb eines halben Jahres so einiges an. Pro Jahr sind es ungefähr 11.000 Fundsachen. „Die häufigsten Gegenstände sind Geldbörsen, Schlüssel, Handtaschen, Smartphones und sehr viele Fahrräder“, berichtet Werner Schwarz. Kürzlich wurden 40.000 Euro in 50-Euro-Scheinen von einem ehrlichen Finder abgegeben. Werner Schwarz war so lange damit beschäftigt, die Scheine zu zählen, dass ihm danach die Finger schmerzten. Der ehrliche Finder konnte sich über 4000 Euro Finderlohn freuen.

Ein paar Tipps, um verlorene Sachen wieder zu erlangen, hat der Leiter des Fundbüros: „Am besten hebt man Verpackungen und Rechnungen auf“. Bei Smartphones wird die sogenannte IMEI-Nummer benötigt, bei Fahrrädern sollte man sich die Rahmennummer notieren. „So können wir die Fundsachen eindeutig dem Besitzer zuordnen“.

Wer etwas verloren hat, kann nicht erwarten, dass er den verlorenen Gegenstand unmittelbar im Fundbüro abholen kann. Es kann zwei bis drei Wochen dauern, bis die Sachen registriert sind. Dann können diese auch online auf der Internetseite des Fundbüros eingesehen werden.

Rund 50 Prozent der abgegebenen Fundsachen finden ihren Weg zurück zum Besitzer. Darauf ist Werner Schwarz besonders stolz. „Wir tun aber auch so einiges, um diese Quote zu erreichen“. Die Mitarbeiter sind voll ausgelastet. Das Telefon klingelt im Minutentakt, zusätzlich kommen viele Leute persönlich vorbei und fragen nach ihren verlorenen Dingen.

Wer etwas Wertvolles findet, ist verpflichtet es abzugeben

Ab einem Warenwert von über 10 Euro ist man übrigens verpflichtet, eine Fundsache abzugeben. Ansonsten macht man sich der Fundunterschlagung strafbar. Wenn der Gegenstand innerhalb von sechs Monaten nicht zugeordnet werden kann, geht der Besitz an den ehrlichen Finder über oder wird versteigert. Ausgenommen davon sind Dokumente und Schlüssel.

Ein Höhepunkt der Versteigerung am Dienstag sind rund 20 I-Phones. Diese wurden von Mitarbeitern des Ordnungsamtes verwendet, sind aber in gutem Zustand. Außerdem werden unter anderem ein Werkzeugkoffer, eine Digitalkamera, Cognac oder Goldschmuck versteigert.

Die Auktion findet am Dienstag im Fundbüro an der Erkrather Straße 1-3 statt. Beginn ist um 9 Uhr, erwartetes Ende ist um 14.30 Uhr. Insgesamt werden 250 Fundsachen versteigert. Gegen 11 Uhr sind die I-Phones an der Reihe. .

© WhatsBroadcast

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