Der Japaner Eiichiro Kawasaki lädt dazu ein, etwas für sich und eine schöne Stadt zu tun.

Porträt
Eiichiro Kawasaki lädt zu einer etwas anderen Fitness-Aktion ein: dem Säubern von Wiesen und Wegen.

Eiichiro Kawasaki lädt zu einer etwas anderen Fitness-Aktion ein: dem Säubern von Wiesen und Wegen.

Sergej Lepke

Eiichiro Kawasaki lädt zu einer etwas anderen Fitness-Aktion ein: dem Säubern von Wiesen und Wegen.

Düsseldorf. Wie oft er schon in Hundekot getreten ist, kann Eiichiro Kawasaki nicht mehr sagen. Müll und Dreck in Wiesen und auf Wegen stören ihn aber schon seit Jahren. Daher will er jetzt eine Tradition aus Japan in Düsseldorf einführen: das gemeinsame Großreinemachen. „Das ist wie Sport – es hält Körper, Geist und Seele fit“, erklärt er. Am Sonntag ging es los, eine kleine Gruppe sammelte Müll in Niederkassel rund um den Japanischen Tempel auf.

Kawasaki lebt seit 35 Jahren in Deutschland und fühlt sich hier zu Hause. Gleichzeitig möchte er etwas von seiner Kultur weitergeben und weiterleben. „In Japan kenne ich keine Putzfirmen. In den Schulen ist es Aufgabe der Schüler, selbst aufzuräumen und sauberzumachen“, erklärt er. Das sei wie ein Unterrichtsfach zu sehen und sorge für ein gutes Miteinander. In seiner Firma mit fünf Mitarbeitern hält er es ähnlich.

Er selbst als Chef nehme nach Büroschluss den Staubsauger und den Putzlappen in die Hand. „Das verändert das Betriebsklima – es stärkt den Zusammenhalt“, sagt er. Und es habe noch weitere Vorteile: Beim Aufräumen sei der ganze Körper in Bewegung. „Gerade bei Schreibtischjobs ist das wichtig.“ Aus demselben Grund lebe er eine weitere Tradition aus Japan, die Gymnastik am Arbeitsplatz, zu festen Zeiten am Vormittag und am Nachmittag.

Auch in seiner Freizeit ist Kawasaki die Bewegung wichtig, er joggt gerne und zieht es vor, zu Fuß zu gehen, statt das Auto zu nehmen. Stillstand, das gibt es bei ihm nicht. Er betreibt mehrere Internetseiten, beispielsweise zur Gesundheit. Vorwiegend richtet er sich dabei an Japaner, denn er kann sich noch gut an seine eigenen Anfänge in Deutschland erinnern.

Tipps für den Alltag in Düsseldorf

„Als ich nach Düsseldorf kam, war vieles anders als zu Hause, vor allem die Regeln, die Bürokratie, das Verhalten im Alltag“, erzählt er. In Japan beispielsweise nehme man sonntags oder auch mal abends den Bohrer in die Hand, um etwas zu reparieren. Hier sei das unerwünscht. Um anderen Japanern bei Themen wie diesen die Eingewöhnung zu erleichtern, gibt er Tipps und beantwortet Fragen, schlägt auch schon mal das eine oder andere Restaurant in Düsseldorf vor. 2000 Aufrufe habe die Internetseite täglich.

Neben diesen Aktivitäten bleibe ihm aber auch viel Zeit, um zur Ruhe zu kommen – Zeit für seine Familie und sich mit Freunden zu treffen. „Das genieße ich daran, hier zu sein: Die Menschen sind entspannt und es gibt so viel Grün – wenn es sauber ist!“

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