Polizei und OSD hatten die Lage im Griff. Auch weil weniger Gäste als sonst unterwegs waren.

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So wie dieser Mann auf dem Burgplatz sollte man seine Silvesterkracher auf gar keinen Fall anzünden. Die Rettungsdienste hatten dennoch wenig zu tun: Sie mussten weniger Einsätze fahren als im Vorjahr.

So wie dieser Mann auf dem Burgplatz sollte man seine Silvesterkracher auf gar keinen Fall anzünden. Die Rettungsdienste hatten dennoch wenig zu tun: Sie mussten weniger Einsätze fahren als im Vorjahr.

Donnerstag begann die Awista mit dem Großreinemachen.

Auch am Rheinufer wurde feucht-fröhlich gefeiert.

Bernd Schaller, Bild 1 von 3

So wie dieser Mann auf dem Burgplatz sollte man seine Silvesterkracher auf gar keinen Fall anzünden. Die Rettungsdienste hatten dennoch wenig zu tun: Sie mussten weniger Einsätze fahren als im Vorjahr.

Düsseldorf. Die Angst vor Silvester-Randale in der Altstadt ist groß gewesen. In den vergangenen Jahren war es besonders im Bereich des Burgplatzes an Silvester immer wieder zu Gewaltexzessen gekommen. Folge: Viele Düsseldorfer haben die Altstadt dieses Mal gemieden.

Deutlich weniger Menschen als in den Jahren zuvor begrüßten das neue Jahr zwischen Schlossturm und Heinrich-Heine-Allee. Die Polizei schätzt, dass 100 000 Menschen dort unterwegs waren. Auch das ungewöhnlich kalte Wetter (bis zu minus 5 Grad) scheint vielen den Besuch am Rhein verleidet zu haben.

Die Polizei hatte ihr Aufgebot im Vergleich zum vorigen Jahr verstärkt, um Randale sofort entgegenwirken zu können. Gemeinsam mit dem Ordnungs- und Servicedienst (OSD) zeigten die über 70 Polizeibeamten deutliche Präsenz in der Altstadt. Mit Erfolg: Es wurde zwar wieder wild gefeiert, diesesmal blieb es aber fast überall friedlich.

Schon eine Stunde vor Mitternacht startet die Knallerei

Das große Feuerwerk am Burgplatz beginnt, wie in jedem Jahr, fast eine Stunde zu früh. Viele Besucher können es einfach nicht abwarten. Gab es im Vorjahr noch reichlich Verletzte - Jugendliche hatten mit Raketen in die Menge geschossen - sind dieses Jahr fast alle Besucher vernünftig. Ausgelassen und auch feucht-fröhlich feiern sie, aber nicht brutal.

Trotzdem bleiben auf dem Burgplatz die jungen Leute unter sich. Familien sind kaum zu sehen. Sie meiden diesen Ort - und schauen sich das feurige Altstadtspektakel lieber aus sicherer Entfernung an, zum Beispiel von den Rheinbrücken aus. Als sich um kurz nach zwölf Uhr der Feuerwerksqualm mit dem vom Rhein aufziehenden Nebel vermischt, ist es aber auch dort mit der guten Sicht vorbei. Der Qualm Bengalischer Fackeln tut sein Übriges.

Auch die Rettungskräfte bestätigen den ruhigen Verlauf der Silvesternacht. Der wohl spektakulärste Altstadt-Einsatz der Feuerwehr bleibt zum Glück folgenlos: Besorgte Passanten melden vom Dachstuhl der Andreaskirche aufsteigenden Rauch. Per Drehleiter gelangt die Feuerwehr auf den Glockenturm der barocken Kirche. Ursache für den Qualm ist aber nicht ein durch Feuerwerkskörper ausgelöster Brand, sondern nur ein wegen der frostigen Temperaturen besonders stark rauchender Schornstein.

Die Sanitäter müssen im Altstadtbereich 19 Menschen mit Verletzungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden behandeln - weit weniger als im Vorjahr (65 Patienten). Diese erfreuliche Tendenz bestätigt auch Dr. Michael Schädel-Höpfner von der Unfall- und Handchirurgie der Uni-Klinik. "Wir haben zum Glück keine schweren Verletzungen gehabt. Operationen sind in der Silvesternacht ausgeblieben. Sprengkörperverletzungen hatten wir gar nicht zu behandeln."

Und das, obwohl Augenzeugen von illegalem Feuerwerk berichten. Immer wieder detonieren überlaute Böller, die für Ohrensausen sorgen. Die Druckwellen sind in den Altstadtgassen deutlich zu spüren - auch auf der Kö sind extrem laute Kanonenschläge zu hören.

Aber schon um 0.30 Uhr lässt der Trubel spürbar nach, die Party verlagert sich in die Kneipen und Diskotheken. Viele Menschen sind auch wieder auf dem Weg nach Hause. Auch das klappt reibungslos: Am Taxistand an der Heine-Allee bilden sich zwar Schlangen, es bleibt aber friedlich.

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