Tausende feierten rund um den Burgplatz. Polizei und OSD zeigten massiv Präsenz – das hatte Wirkung.

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Fröhlich und friedlich begrüßten die meisten Düsseldorfer in der Altstadt das neue Jahr.

Fröhlich und friedlich begrüßten die meisten Düsseldorfer in der Altstadt das neue Jahr.

Judith Michaelis

Fröhlich und friedlich begrüßten die meisten Düsseldorfer in der Altstadt das neue Jahr.

Düsseldorf. Mehrere zehntausend Menschen haben in der Altstadt friedlich das neue Jahr begrüßt. Dabei kam es zu keinen größeren Zwischenfällen, dennoch hatten Polizei und OSD alle Hände voll zu tun. Vor allem rund um den Burgplatz zeigten sie massiv Präsenz und griffen hart gegen Chaoten durch. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Insgesamt kam es in der Silvesternacht zu 458 Polizeieinsätzen, das sind 49 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Körperverletzungen stieg von 29 auf 34 (siehe Info-Kasten).

Das Aufgebot ist beachtlich: 70 Beamte sind im Einsatz, dazu kommen 40 Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD). Mannschaftsfahrzeuge der Polizei stehen an allen wichtigen Altstadtkreuzungen. Mehrere Einsatztrupps sorgen an den neuralgischen Stellen dafür, dass gewaltbereite Chaoten gar nicht erst zum Zuge kommen.

Ab 1.30 Uhr lehrt sich die Altstadt rasch

Auch die Türsteher in den Altstadtkneipen und Diskotheken haben alle Hände voll zu tun. Andreas, Türsteher der Altstadtdiskothek Kulisse, sieht es trotzdem locker: "Für uns ist das ein ganz normaler Arbeitstag. Und schuss- und stichsichere Westen tragen wir sowieso immer." In der Silvesternacht kontrolliert Andreas die Besucher hauptsächlich auf mitgebrachte Flaschen. Silvesterböller dürfen zwar mit in die Diskothek hinein genommen werden, müssen aber an der Garderobe abgegeben werden. Am Eingang der Diskothek Oberbayern an der Bolkerstraße müssen sich die Partygäste dagegen von mitgebrachtem Feuerwerk trennen. "Mit Böllern kommt bei uns niemand rein", sagt Türsteher Eddy und zeigt dabei auf die feuerfeste Tonne, die vor der Tür steht. In der stapeln sich schon um 23 Uhr die Raketen und Böller, ein Reservefass steht bereit. Die Zahl der Türsteher wurde von fünf auf sieben erhöht.

Zwanzig Minuten vor Mitternacht hält es niemanden mehr in den Altstadtkneipen. Mit Plastiktüten voller Böller bepackt startet eine kleine Völkerwanderung Richtung Rhein. Am Himmel über der Stadt beginnt jetzt schon das Feuerwerk, eine Steigerung scheint kaum noch möglich. Als dann auch noch leichter Schneefall einsetzt, fragen sich viele: Sind das wirklich Flocken - oder ist das die Asche verglühter Raketen?

Um Mitternacht geht’s dann richtig los: Während der Himmel über Düsseldorf bunt erleuchtet wird, versinken die Altstadtfassaden hinter dichten Nebelschwaden. Von der Freitreppe am Rhein aus lässt sich der Schlossturm nur noch erahnen. Das Geläut von St. Lambertus geht im Stakkato der Silvesterkracher völlig unter.

Die Anzahl der Einsätze stieg von 409 im Vorjahr auf 458 - davon 18 Einsätze wegen Schlägereien (zehn mehr als voriges Jahr). 34 Körperverletzungen wurden gezählt (Vorjahr: 29), 46 Mal wurde wegen Ruhestörung eingeschritten (45), 16 Mal wegen illegaler Böller (11). 29 Einsätze gab es gegen Randalierer (27). Sechs Personen kamen ins Polizeigewahrsam (10). Zudem wurden zwei Promillesünder erwischt.

Fünf Menschen erlitten Verbrennungen durch Feuerwerkskörper, jeweils eine Person musste wegen einer Augenverletzung bzw. Knalltrauma behandelt werden. Zehn Personen hatten Herz-Kreislauf-Probleme.

Für den jungen Mann, der am Schlossturm eine Waffe aus der Jacke zieht, endet die Silvesternacht kurz darauf auf dem Polizeirevier. Ein Einsatztrupp der Polizei nimmt ihn in Gewahrsam, bevor er Unheil anrichten kann. "Unglaublich, der wollte hier mit einer Gaspistole rumballern. Mitten auf dem Burgplatz", sagt der geschockte Passant, der neben dem Mann stand.

Ab 1.30 Uhr beruhigt sich die Lage. Am Rheinufer sind statt Raketen nur noch die Blinklichter der Awista-Fahrzeuge zu sehen, die gerade die Rheinbrücken vom Müll befreien. Die meisten Altstadt-Besucher sind schon auf dem Weg nach Hause. Das klappt reibungslos: Die Rheinbahn meldet keine besonderen Vorkommnisse, auch an den Taxiständen geht’s - bis auf kleine Ausnahmen - geordnet zu. Auch deshalb, weil der OSD mit bis zu 20 Mitarbeitern vor Ort ist.

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