Die Türen registrieren nicht alle Widerstände.

Düsseldorf. Sie wollte nicht loslassen. Obwohl sich die Türen bereits geschlossen hatten, der Fahrer der Straßenbahn nichts bemerkte und ein anderer Fahrgast die Seniorin zu warnen versuchte. Mit ihrem Gehstock hatte sie versucht, die Türen zu blockieren, um das Fahrzeug aufzuhalten – vergeblich. Sie klemmten den Stock ein, den die Seniorin weiter fest umklammerte. Die Bahn setzte sich in Gang und zog die Dame einige Meter mit sich, ehe sie endlich abließ. Die Folge des Unfalls: leichte Verletzungen und ein Schock. Sie verzichtete auf einen Krankenwagen und eine Anzeige. Vorfälle wie dieser, der sich jüngst in der Linie 701 Richtung Benrath ereignete, sind keine Seltenheit. Wie es dazu kommen kann, erklärt Heike Schuster, Sprecherin der Rheinbahn: „Sobald ein Widerstand zwischen den Türen vorhanden ist, bekommt der Fahrer ein Signal und kann gar nicht losfahren.“ Ist dieser Widerstand jedoch zu schmal, reagieren die Sensoren nicht. Zum Beispiel wenn sich ein Regenschirm dazwischen mogelt, eine Hundeleine oder eben ein Gehstock. Das müsse allerdings auch so sein. Sonst würden die Sensoren auf die kleinste Störung reagieren und die Bahn käme nie dazu, loszufahren.

Wird ein Gegenstand eingeklemmt, soll man ihn einfach fallen lassen

Bleibt das Hindernis unbemerkt, ist die Übersicht des Fahrers gefragt. Doch er könne unmöglich das Innere der Bahn über die gesamte Länge des Fahrzeugs im Blick behalten. „Wir appellieren dringend an unsere Fahrgäste, eingeklemmte Gegenstände fallen zu lassen“, sagt Schuster. „Das kann sonst richtig gefährlich werden.“ Diesen Rat erhalten auch Besucher der Seniorenschulung der Rheinbahn.  

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