36-Jährige muss sich seit gestern wegen versuchten Totschlags verantworten.

36-Jährige muss sich seit gestern wegen versuchten Totschlags verantworten.
Unmittelbar vor dem Gericht kam es zu der Prügelei.

Unmittelbar vor dem Gericht kam es zu der Prügelei.

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Unmittelbar vor dem Gericht kam es zu der Prügelei.

Die beiden Frauen waren sich vorher noch nie begegnet. Rein zufällig kamen sie sich am 20. September letzten Jahres nachmittags auf dem Gehweg vor dem Amts-und Landgericht entgegen. Danach war im Leben für beide nichts mehr wie vorher. Das 45 Jahre alte Opfer sitzt nach einem Schlaganfall im Rollstuhl und wird dauerhaft ein Pflegefall bleiben. Versuchter Totschlag wird einer 35-jährigen Kellnerin vorgeworfen, die sich dafür seit gestern vor dem Landgericht verantworten muss.

Die Angeklagte hatte sich kurz zuvor von ihrem Ehemann getrennt und wollte ein neues Leben anfangen. Wegen ihrer Alkohol- und Drogenprobleme hatte sie freiwillig eine Suchtklinik aufgesucht, bekam aber nicht den gewünschten dauerhaften Therapieplatz. Hilfe suchte sie bei einem flüchtigen Bekannten, den sie in einer Gaststätte kennengelernt hatte.

Frau war mit Wodka, Cannabis und Medikamenten vollgepumpt

Der sollte sie am Tag der Tat zum Hauptbahnhof fahren: „Ich wollte zu meinen Kindern.“ Doch nach eineinhalb Flaschen Wodka, Cannabis und Medikamenten war die Kellnerin völlig neben der Spur. Als es im Auto zum Streit mit dem 46-Jährigen kam, stieg die Frau vor dem Gerichtsgebäude an der Werdener Straße aus.

Dort traf sie auf die 45-Jährige, die zwei Einkaufstüten unterwegs war und ebenfalls angetrunken war. Diese soll die Angeklagte völlig unvermittelt angegriffen haben. „Plötzlich flogen die Tüten durch die Gegend“, berichtete ein Autofahrer, der die Szene beobachtet hatte. Das Opfer sei zunächst umgeschubst worden. Als sich die 45-Jährige wieder aufrichtete, kam der zweite Angriff• Dabei wurde der Kopf der Frau mit voller Wucht auf die Steinplatte geschleudert. „An den Streit habe ich keine Erinnerung mehr“, sagte die Frau. Ob es ein Stoß oder ein fester Schlag war, darüber gingen die Zeugenaussagen auseinander.

Die 45-Jährige trug schwere Kopfverletzungen davon und schwebte in akuter Lebensgefahr. Später erlitt sie auch noch einen Schlaganfall und sitzt gelähmt im Rollstuhl. Am 23. Januar geht der Prozess weiter.

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