18-Jähriger musste sich gestern wegen Körperverletzung vor dem Jugendrichter verantworten. Die Pädagogin machte lieber Urlaub.

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Andreas Bischof

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Dass sich Täter und Opfer so prima verstehen, kommt selten vor. Tatsächlich hatten die beiden auch nie ein Problem, obwohl sie sich in der Sportstunde beim Fußball einen heftigen Zweikampf geliefert hatten. Dabei war der 17-Jährige verletzt worden und musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Doch für die Lehrerin war das eine ernste Sache. Sie hielt das Foul für Absicht und zeigte den 18-jährigen Schüler an. Wegen Körperverletzung musste sich der junge Mann vor dem Jugendrichter verantworten.

In der Turnhalle einer Bilker Hauptschule wurde am 14. Dezember vergangenen Jahres Fußball gespielt. Dabei soll der Angeklagte seinem Mitschüler ein Bein gestellt haben. Der 17-Jährig sei in hohem Bogen auf den Boden geflogen. Für das „Opfer“ selbst war die Sache halb so wild: „Ich habe gar nicht gesehen, wer das war. Aber es war ein ganz normaler Zweikampf.“ Der Verdacht auf Gehirnerschütterung hatte sich nicht bestätigt, stattdessen sei es nur eine leichte Prellung gewesen.

Auch der 18-Jährige wies jede Schuld von sich: „Wir sind beide hinter dem Ball hergelaufen. Auf keinen Fall wollte ich ihn verletzen.“ Schützenhilfe bekam er vom mutmaßlichen Opfer. Die Lehrerin habe den Angeklagten schon vorher auf dem Kieker gehabt.

Der Jugendrichter stellte das Strafverfahren ein, weil dem Schüler keine böse Absicht nachgewiesen werden konnte. Die Lehrerin war zum Prozess nicht erschienen, sondern macht lieber Urlaub und meldete sich ab. Die beiden Jugendlichen sind nicht mehr auf der Hauptschule. Der 17-Jährige macht ein Freiwilliges Soziales Jahr, der Angeklagte ist inzwischen auf eine andere Schule gewechselt.

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