Viele Frauen wollen einmal vor der Kamera die Hüllen fallen lassen. Beate Knappe macht es möglich.

Fotografie
Fotografin Beate Knappe schreit sich gerne locker.

Fotografin Beate Knappe schreit sich gerne locker.

Judith Michaelis

Fotografin Beate Knappe schreit sich gerne locker.

Düsseldorf. Bettina Schneider ist stolz auf sich. 27 Kilo hat die Düsseldorferin abgenommen. Jetzt will sie sich belohnen. Erotische Fotos sollen es sein. Nicht für den Ehemann, sondern nur für sie. „Mein Mann weiß noch gar nichts von meiner Idee. Er darf die Fotos natürlich später angucken, aber in erster Linie sind sie für mich. Ich bin ein neuer Mensch geworden. Das will ich festhalten“, sagt die 46-Jährige.

Fotografin Beate Knappe soll ihr diesen Wunsch erfüllen. Einen Wunsch, den viele Frauen haben. „Sie kommen aus den unterschiedlichsten Gründen. Manche nutzen die Bilder als Geschenk für ihren Partner, viele sehen es aber wie Bettina Schneider und nehmen die Bilder nur für sich“, sagt die 62-Jährige.

Schneider hat keine Hemmungen, vor der Kamera die Hüllen fallen zu lassen. So direkt ist aber nicht jede Frau, weiß Knappe: „Ich merke schon, wenn die Frauen am Telefon herumdrucksen. Dann weiß ich genau, was sie wollen.“ Dann baut Knappe ihnen eine Brücke und erzählt, wie ein Erotik-Shooting abläuft.

Bei Knappe wird geblödelt, gebrüllt und Musik gemacht

Zum Beispiel sagt sie ihnen, dass Erotik ja nicht immer gleich auch nackt sein heißt. „Erotik ist das Versprechen, dass da noch mehr sein könnte“, sagt sie. Niemand wird denunziert oder soll sich peinlich berührt fühlen. Die Models sollen Spaß an der Sache haben. „Es geht um Fotos, die man auch seiner Familie zeigen kann. Sie stärken das Selbstbewusstsein.“

Um das Eis zu brechen, blödelt Knappe mit ihren Kundinnen gerne auch ein bisschen herum, macht Musik. Wer ganz verkrampft ist, darf einfach mal schreien. „Manchmal schreien wir auch gemeinsam, das macht locker.“ Frauen und Männer aller Altersgruppen, dicke, dünne, blonde, rothaarige . . . Beate Knappe hat schon alle Typen vor der Linse gehabt. Und letztendlich haben sich alle auch ausgezogen. „Auch die, die am Anfang gar nicht richtig wussten, ob sie es überhaupt wollen.“

Die 62-jährige Beate Knappe hat viele Jahre als Fotojournalistin gearbeitet. ihr Studio in Flingern hat sie seit zwei Jahren. Sie hat einen Gesellenbrief als Fotografin und einen Hochschulabschluss als Kommunikationsdesignerin. Sie hat ihre Fotos bereits auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt und einige Preise gewonnen.

Beate Knappe hat ihr Studio an der Birkenstraße 45.

Wer zu ihr kommt, reist mit dem Koffer an. Von den High Heels bis zum Männerhemd ist alles erlaubt, alles kann erotisch sein. Und natürlich: „Ich habe einen sehr puristischen Stil, meine Fotos sind alle schwarz-weiß“, sagt Knappe.

Einen Pickel oder ein Tattoo aus der Jugend, das heute nicht mehr gerne gesehen wird, macht sie weg. Ansonsten wird nichts verändert, keine unnatürliche Schminke aufgetragen. „Ich mache alles nur mit Licht und Schatten.“

Schwangere verlangen seit vielen Jahren schon erotische Fotos von sich mit Babybauch, sagt Knappe. „Das werden tolle Bilder. Schwangere sind hoch sinnlich.“ Ausgelöst hat diesen Boom Star-Fotografin Annie Leibovitz. Zu ihren wohl berühmtesten Bildern gehört das von der schwangeren, nackten US-Schauspielerin Demi Moore.

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