Torsten Kimura muss sein Atelier räumen. Bis Ende des Monats braucht er eine neue Bleibe.

Kündigung
Torsten Kimura in seinem Atelier vor dem Fortuna-Tryptichon, mit dem der bekennende Fan bekanntgeworden ist.

Torsten Kimura in seinem Atelier vor dem Fortuna-Tryptichon, mit dem der bekennende Fan bekanntgeworden ist.

Bernd Schaller

Torsten Kimura in seinem Atelier vor dem Fortuna-Tryptichon, mit dem der bekennende Fan bekanntgeworden ist.

Düsseldorf. Ein Besuch in Torsten Kimuras Atelier ist nur etwas für geschickte Menschen – die Räume quellen einfach über vor Kunst. Die freien Laufwege lassen oft nur ein Handtuch breit Platz und die Eindrücke sind so vielfältig, dass man sich nach kurzer Zeit betrunken fühlt.

100 Quadratmeter reichen, um die Kunstwerke zu retten

Doch die Werke sind in ihrer Existenz bedroht. Kimura soll das Atelier bis zum 31. September räumen und hat für seine Werke noch keinen anderen Ort gefunden. Bezahlen kann der Vollblut-Künstler auch nicht viel, denn: „Ich habe mein ganzes Geld in die Kunst gesteckt, habe keinen Cent mehr.“

Jetzt kommt sein Hilferuf aus dem Atelier: Jeder der helfen kann, soll sich melden. Egal ob Sponsor, Aussteller oder Besitzer eines ungenutzten Lagerraums oder Ateliers. „Um arbeiten zu können, bräuchte ich 150 Quadratmeter. Um einfach nur alles zu retten, reichen auch 100 Quadratmeter.“

Kimura ist verzweifelt. Schon einmal musste er mit ansehen, wie eines seiner Werke – der Nachbau der Arena – das Ende einer Ausstellung nicht überlebt hat. „Das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen“, sagt er. Den Schaden beziffert der Autodidakt auf 25 000 Euro.

Bekannt geworden ist der leidenschaftliche Fan mit seinem Fortuna-Tryptichon, aber seine künstlerische Leidenschaft bezieht sich längst nicht nur auf Fußball. Seine bislang größte Installation, dass 20 mal vier Meter große Werk „Never forget“, das die Auswirkungen des 11. Septembers 2011 auf die Stadt New York reflektiert, ist ebenfalls bedroht.

Die Werke von Torsten Kimura sind sehr emotional gehalten. Sie bewegen sich meistens zwischen den beiden Polen historische Ereignisse und Kimuras großer Leidenschaft, Fortuna Düsseldorf.

Kimuras großformatige Installationen über Köln und Ratingen sind mehrfach ausgestellt worden.

Im Moment hofft er auf Unterstützung durch das US-Konsulat, damit er es den New Yorkern persönlich übergeben kann – in ihrer Stadt, versteht sich.

Kimura hofft auf einen Mäzen mit großer Ausstellungsfläche

„Am besten wäre eine Versicherung oder eine Sparkasse, die die Fläche hat und die Sachen ausstellt“, sagt Kimura. Theoretisch würde er sogar in einem leerstehenden Gewächshaus arbeiten - „dann könnten mich die Leute besuchen und mir bei der Arbeit zusehen.“

Wenn Kimura nicht in kürzester Zeit auf seinen Retter treffen sollte, könnte sein nächstes Projekt bereits gescheitert sein, bevor es überhaupt los geht. Er plant eine große Düsseldorf-Installation auf 15 mal vier Metern mit über 500 historischen Ansichten.

Doch vorher heißt es für ihn, seine bislang vielleicht größte Krise zu überstehen. „Die Angst, dass alles innerhalb von wenigen Minuten zerstört sein könnte, kann sich niemand vorstellen.“ Wer helfen möchte, kann mit dem Künstler telefonisch Kontakt aufnehmen; unter Tel.: 0174/ 314 1895 oder über die Internetseite www.kimura-kunst.de.

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