Selbst die CDU in Meerbusch hat sich gegen die Namensänderung ausgesprochen, das Ministerium ist „unbeeindruckt“.

Um seinen Namen geht es: Joachim Erwin erlag im vergangenen Mai seinem Krebsleiden.
Um seinen Namen geht es: Joachim Erwin erlag im vergangenen Mai seinem Krebsleiden.

Um seinen Namen geht es: Joachim Erwin erlag im vergangenen Mai seinem Krebsleiden.

Um seinen Namen geht es: Joachim Erwin erlag im vergangenen Mai seinem Krebsleiden.

Düsseldorf. Streitet euch nicht um eine Straße oder Hausnummer für mich. So steht es im politischen Vermächtnis von Joachim Erwin, Düsseldorfs im vorigen Mai gestorben Oberbürgermeisters. Nun gibt es Streit - nicht in der Stadt, sondern zwischen zwei Städten. Am Donnerstag verabschiedete der Meerbuscher Stadtrat eine Resolution gegen die Umbenennung der Flughafenbrücke.

Die hatte im August der CDU-Landtagsabgeordnete und Erwin-Freund Olaf Lehne im Spätsommer ins Gespräch gebracht. Die Stadt Düsseldorf will über eine eigene Ehrung Erwins frühestens im Mai entscheiden - ein Jahr solle man nach dem Tod des Oberbürgermeisters verstreichen lassen, bevor man über eine Ehrung nachdenke. Erwins Witwe Hille hat keine Einwände gegen die Idee, war aber zuletzt verärgert über den Namensstreit.

Resolution ist ein Kompromiss, mit der auch die CDU leben kann

Pikanterweise ist selbst die Meerbuscher CDU gegen eine Umbenennung, die Initiative für eine Resolution kommt allerdings von Grünen und FDP. Die beiden kleinen Parteien im Rat hatten entsprechende Anträge formuliert, die zunächst als nicht mehrheitsfähig galten, weil die CDU über die absolute Mehrheit in Meerbusch verfügt.

Von der liberalen Fraktionschefin Gesine Wellhausen kam schließlich der Kompromissvorschlag, sich nicht gegen den Namen Joachim-Erwin-Brücke zu stellen, sondern stattdessen eine grundsätzliche Resolution gegen eine Umbenennung zu verabschieden.

"Die im Rat der Stadt Meerbusch vertretenen Fraktionen wenden sich dagegen, dass die A44-Flughafenbrücke umbenannt wird", heißt es wörtlich. Der Name Erwin taucht nicht mehr auf, ebenso wenig der des ehemaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau - eine Brücke, die nach ihm benannt ist, wurde immer wieder als Alternative ins Spiel gebracht.

Meerbuschs Bürgermeister Dieter Spindler (CDU) muss die Resolution den Verkehrsministern von Land und Bund mitteilen. Das letzte Wort hat Wolfgang Tiefensee. Aus dem Berliner Ministerium heißt es, man könne mit dem Namen Flughafenbrücke gut leben, sperre sich aber nicht gegen eine Umbenennung, wenn es Wunsch der Landesregierung sei.

Ministerium: "Von der Resolution sind wir relativ unbeeindruckt"

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium sieht in der Resolution allerdings keinen Grund, von ihren Plänen abzurücken: "Wir sind davon relativ unbeeindruckt", sagt Sprecherin Simone Wichmann. Es sei eine Ehrung des Landes und keine kommunale. Möglicherweise komme die Umbenennung schon in diesem Frühjahr - ein Jahr nach Erwins Tod.

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