Allein in Düsseldorf mussten Donnerstag 91 Flüge gestrichen werden.

wza_1500x1064_660279.jpeg
Elisabeth Rath will nach Oslo. Der langen Schlange vor dem Schalter ihrer Fluggesellschaft sieht sie gelassen entgegen.

Elisabeth Rath will nach Oslo. Der langen Schlange vor dem Schalter ihrer Fluggesellschaft sieht sie gelassen entgegen.

Judith Michaelis

Elisabeth Rath will nach Oslo. Der langen Schlange vor dem Schalter ihrer Fluggesellschaft sieht sie gelassen entgegen.

Düsseldorf. Touristen kommen nicht an ihren Urlaubsort, Anschlussflüge fallen aus und Geschäftsreisende werden zu einer unfreiwilligen Übernachtung gezwungen - und das nur, weil in Island ein Vulkan ausgebrochen ist. Am Düsseldorfer Flughafen mussten wegen der Aschewolke im Luftraum über Nord-Europa am Donnerstag 91 Flüge gestrichen werden. Für die Passagiere bedeutete das: lange Schlangen vor den Schaltern der Fluggesellschaften.

Auch am Freitag wird es wohl noch zu Verzögerungen kommen

Gegen 18 Uhr haben Judy und Ron Gray aus Australien schon zwei Stunden damit verbracht, nervös von einem Fuß auf den anderen zu treten. "Wir wollten hier eigentlich nur einen Anschlussflug nach Paris nehmen." Der aber ist schon vor Stunden annulliert worden. Den gleichen Flug wollten auch Christel und Helmut Sombetzki nehmen. Von Paris aus sollte es weiter nach Mayotte (Komoren) gehen. "Unsere Tochter wohnt seit drei Jahren auf Mayotte. Wir wollten endlich mal sehen, wie sie dort lebt. Aber dass unser Urlaub so anfängt, hätten wir nicht gedacht", sagt Christel Sombetzki. Glück haben die Passagiere, die trotz der laufenden Groß-Messe "Wire & Tube" eine Übernachtungsmöglichkeit finden, um ihre Reise am Freitag fortzusetzen. Elisabeth Rath braucht sich zum Glück nicht auf die Suche zu machen: "Ich lebe zwar mittlerweile in Oslo, aber ich habe hier noch eine Wohnung. Ich habe mit dem Chaos hier schon fast gerechnet, es kam ja vorhin in den Nachrichten", sagt sie gelassen. Steven Barry aus Birmingham hat sich schon am frühen Nachmittag überlegt, wo es am Düsseldorfer Flughafen wohl am gemütlichsten ist. "Ich nehme mir kein Hotelzimmer. Ich habe auch gar keine Sachen dabei. Ich bin geschäftlich am Morgen angereist und wollte schon längst wieder zu Hause sein. Ich werde abwarten, irgendwann muss es ja schließlich weitergehen." Recht entspannt nehmen auch die Männer vom Zoll die Situation. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass Flüge gestrichen werden", sagt Rainer Rosmanek. Der Grund freilich sei in den 15 Jahren, die er am Airport arbeitet, eine Premiere. In solchen Ausnahmesituationen wird der Mann vom Zoll schnell zum Helfer für überforderte Passagiere: "Eben habe ich einer Chinesin erklärt, dass ,annulliert’ das Gleiche bedeutet wie ,cancelled’." Auch Freitag wird die Lage angespannt sein. Flughafensprecher Christian Witt: "Wir fertigen in der Woche etwa 450 Flüge allein von und nach Großbritannien ab. Wenn an einem Tag so viele ausfallen, dann muss sich das am nächsten Tag erstmal wieder einspielen. Das ist ganz normal."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer