Fluglärmgegner halten das nur für Kosmetik.

Am Montag startet in Düsseldorf die Anhörung: Einwände gegen eine Erhöhung der erlaubten Starts und Landungen werden diskutiert.
Symbolbild.

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dpa

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Düsseldorf. Der Flughafen geht neue Wege, um die hohe Zahl von nach 23 Uhr landenden Maschinen zu reduzieren. „Wir haben eine große Projektgruppe gebildet und investieren eine siebenstellige Summe“, sagte Flughafen-Chef Thomas Schnalke am Mittwochabend vor Journalisten.
Hintergrund: Planmäßig dürfen Flugzeuge nur bis 23 Uhr landen. Bei Verspätungen ist das allerdings auch genehmigungsfrei bis 23.30 Uhr, bei Airlines mit Wartungsschwerpunkt Düsseldorf (Homebase-Carrier) sogar bis 24 Uhr möglich. 2000 Mal ist im vergangenen Jahr so die eigentlich vorgesehene Nachtruhe gestört worden – „allerdings regelgerecht“ wie Schnalke betont. Aber er sagt auch: „Wir fühlen uns verantwortlich und wollen an dieser Situation arbeiten.“

Das sei allerdings nicht ganz einfach. Denn der Flughafen sei in den meisten Fällen nicht Verursacher der Verspätungen. Im vergangenen Jahr habe es etwa eine deutlich höhere Zahl von Wetterwarnungen gegeben. Durch deutlich mehr Urlaubsflüge ans westliche Mittelmeer sei es dort zum Teil zu Staus gekommen. Bei der Gepäckabfertigung kam es laut Schnalke besonders in den Abendstunden zu Problemen, „da dort zu wenig Personal vorgehalten wurde“.
Die Projektgruppe ermittelt laut Schnalke zunächst die genauen Ursachen für die Verspätungen. Mit den verantwortlichen Akteuren sollen dann Gespräche geführt und „möglichst Gegenmaßnahmen ergriffen“ werden. Außerdem stehen Mitarbeiter-Schulungen an. Weniger Verspätungen erhofft sich der Flughafen übrigens auch von einer flexibleren Nutzung beider Startbahnen, ein Wunsch der Teil des Antrags auf Kapazitätserweiterung ist.

Am Flughafen in Frankfurt gelten strengere Regeln

Wie berichtet glaubt der Verein „Bürger gegen Fluglärm“ nicht daran. Und auch vom neuen Projekt des Airports hält der Vorsitzende Christoph Lange nichts. „Diese Millionen kann sich der Flughafen sparen. Das bringt nichts.“ Wenn der Flughafen ein guter Nachbar sein wolle, müsse er viel mehr beantragen, alle Ausnahmeregeln abzuschaffen. „Auch in Biergärten muss es ab 22 Uhr ruhig sein. Dabei ist die Lärmbelastung um ein Vielfaches niedriger.“ Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht müssten 16 Stunden Betrieb pro Tag reichen. Das Problem des Flughafens sei allerdings, dass er sich „im erpresserischen Würgegriff der Billigflieger“ befinde.

Unrealistische Flugpläne hätten zur Folge, dass Landungen nach 23 Uhr faktisch einkalkuliert würden. Lange verweist auf Frankfurt, wo strengere Regeln gelten. Für Starts und Landungen ab 23 Uhr sind dort Ausnahmegenehmigungen nötig. Das führte laut Lange dazu, dass dort im vergangenen Jahr nur 700 statt 2000 Flüge wie in Düsseldorf zu spät dran waren.

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