Der Airport will mehr Starts und Landungen, um weitere Strecken zu akquirieren. Das wollen die Anwohner jedoch gerichtlich kippen.

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Der Flughafen will im Laufe eines Tages deutlich mehr Starts und Landungen abwickeln.

Der Flughafen will im Laufe eines Tages deutlich mehr Starts und Landungen abwickeln.

Thomas Schnalke will mehr Drehkreuz. Archiv

Christoph Lange hält die Pläne für gesetzwidrig. Archiv

Oliver Berg/dpa, Bild 1 von 3

Der Flughafen will im Laufe eines Tages deutlich mehr Starts und Landungen abwickeln.

Düsseldorf. Mehr Starts und Landungen, mehr internationale Verbindungen – der Flughafen möchte seine Kapazitäten erweitern. Am Freitag hat das Unternehmen den Antrag auf eine geänderte Betriebsgenehmigung beim Verkehrsministerium des Landes eingereicht. Die Reaktion der Anwohner-Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ ließ nicht lange auf sich warten. Sie kündigte an, sie werde mit „allen Mitteln“ versuchen, die Genehmigung zu verhindern.

Die Diskussion über die geplante Expansion läuft seit langem, im Kern geht es darum, dass der Flughafen, die Zahl der möglichen Starts und Landungen ausweiten will. Was Details betrifft, ist man im Sommer an Anwohnern schon entgegengekommen. Doch die bleiben bei ihrer grundsätzlichen Kritik.

Worum es geht: Zurzeit sind tagsüber pro Stunde 47 Flugbewegungen möglich, diese Zahl will der Airport auf 60 erhöhen. Zudem die Nordbahn als zweite Piste flexibler nutzen. Acht Abstellpositionen sollen zusätzlich geschaffen werden, um den erhofften Zuwachs zu bewältigen. Für die Nordbahn bietet der Flughafen einen Kompromiss: wöchentliche Anmeldung der Starts und Landungen, aber für jeden ausgefallenen Flug könnte ein anderer zu einem späteren Zeitpunkt kurzfristig eingeschoben werden.

Bürgerinitiative hält Kompromissangebot für Taktik

Flughafen-Chef Thomas Schnalke betont die Drehkreuz-Funktion. Dazu ein Sprecher: „Wir wollen vor allem weitere attraktive Fernverbindungen anbieten wie jüngst die neue nach Hongkong.“ Dabei hat der Airport vor allem mögliche Ziele in Asien und Lateinamerika im Auge. Dafür wiederum seien Zubringer aus Deutschland und dem europäischen Ausland nötig.

Wie die WZ berichtete, hatte der Flughafen sich verpflichtet, Anwohnern entgegenzukommen und zusätzliche Flugbewegungen nicht frei über das Jahr zu verteilen. Das hätte dazu führen können, dass gerade in der Freiluftsaison der Fluglärm zunimmt. Zudem stellt der Flughafen 20 Millionen Euro für Lärmschutz in Aussicht.

Die Initiative „Bürger gegen Fluglärm“ kündigt erheblichen Widerstand an, das kann auch den Klageweg bis zur höchsten Instanz bedeuten. Dabei spreche man im Namen von mindestens sieben betroffenen Kommunen im Umland, so Christoph Lange.

Christoph Lange von „Bürger gegen Fluglärm“ hält aber den Antrag für rechtswidrig: „Es stimmt nicht, dass der Angerland-Vergleich nicht angetastet wird. Dort stehen 71 000 gewerbliche Flugbewegungen in sechs Monaten, derzeit genehmigt sind 131 000, beantragt werden über 145 000.“

Die Erweiterung sei zudem unnötig. Außerdem sagt er: Wenn ein derart stadtnaher Flughafen weiter wachsen wolle, müsse er umziehen.

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