Weil er Schulden hatte, soll ein Trio den 24-Jährigen verprügelt haben. Ein Verdächtiger sitzt in U-Haft.

Ermittler sichern am Dienstagabend an der Berliner Allee Spuren.
Ermittler sichern am Dienstagabend an der Berliner Allee Spuren.

Ermittler sichern am Dienstagabend an der Berliner Allee Spuren.

Gerhard Berger

Ermittler sichern am Dienstagabend an der Berliner Allee Spuren.

Düsseldorf. Die Hintergründe des mysteriösen Fenstersturzes in der City scheinen sich zu erhellen: Gegen 19 Uhr am Dienstagabend sprang ein 24-Jähriger aus einem Fenster im dritten Stock des Bürogebäudes Berliner Allee 69, zog sich dabei schwere Knochenbrüche zu. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Männer wegen gemeinschaftlicher Geiselnahme. Ein 29-Jähriger wurde am Tatort festgenommen.

Zwei Verdächtige sind noch auf der Flucht

Offenbar schuldete das Opfer dem Verdächtigen einen fünfstelligen Betrag. "Wie diese Schulden zustande kommen, darüber lassen uns alle Beteiligten im Unklaren", sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa. Auch der 24-Jährige habe sich bei ersten Vernehmungen im Krankenhaus darüber ausgeschwiegen.

Beide allerdings sagen aus, dass der 29-Jährige am Dienstag sein Geld mit Nachdruck zurückverlangte. Mit zwei Kumpanen erschien er in der Berliner Allee. Der 24-Jährige soll bedroht und geschlagen worden sein. Dass gibt auch der 29-Jährige zu. Er selbst habe sich allerdings eher deeskalierend verhalten - was von dem Opfer bestätigt wird.

Allerdings hatte der Gläubiger einen Fachmann dabei: einen 26-jährigen Boxer, der den 24-Jährigen attackiert haben soll. Er ist auf der Flucht. Auch gegen ihn hat Kumpa einen Haftbefehl beantragt. "Er ist massiv vorbestraft - auch wegen Gewaltdelikten. Er hat mehrere längere Haftstrafen abgesessen."

Verletzungen sind schwer, aber nicht lebensbedrohlich

Als sich das Opfer nicht gegen die Schläger wehren konnte, sprang es wohl in seiner Verzweiflung aus dem Fenster. Seine Verletzungen sind schwer, aber nicht lebensbedrohlich.

Das Opfer wird durch die Androhung von schwerer Gewalt gehindert, einen Ort zu verlassen. Im Gegensatz zur Entführung ist dieser Ort bekannt.

Dem Trio im aktuellen Fall wird von Staatsanwalt Christoph Kumpa gemeinschaftliche Geiselnahme vorgeworfen. Darauf steht bei einer Verurteilung eine Strafe von fünf bis 15 Jahren Haft. Die Mindest-Strafandrohung ist also die gleiche wie bei einem Totschlag.

Auch der dritte Verdächtige ist auf der Flucht. "Auf ihn gibt es Hinweise, die Person ist aber noch nicht sicher identifiziert", sagt Kumpa. Daher sei auch noch kein Haftbefehl beantragt worden.

Während die Fahndung läuft, gestaltet sich die Aufklärung des Verhältnisses von Schuldner und Gläubiger schwierig. Zumal auch das 24-jährige Opfer sich gegenüber den Ermittlern nicht besonders mitteilsam zeigt. Auch der Verletzte ist bereits vorbestraft.

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