Teilweise um mehr als 20 Prozent ist der Umsatz bei den Dienstreisen zurückgegangen – auch Urlauber sparen.

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Spesenritter in der Business-Class? Diese Zeiten sind vorbei, weil immer mehr Unternehmen kräftig bei den Reisenkosten sparen.

Spesenritter in der Business-Class? Diese Zeiten sind vorbei, weil immer mehr Unternehmen kräftig bei den Reisenkosten sparen.

dpa

Spesenritter in der Business-Class? Diese Zeiten sind vorbei, weil immer mehr Unternehmen kräftig bei den Reisenkosten sparen.

Düsseldorf. Der Reisemarkt am Düsseldorfer Flughafen wirkt verwaist. Viele der Mitarbeiter-Plätze an den Ständen der Reiseanbieter sind leer. Nur vereinzelt lassen sich Kunden an den Schaltern beraten. "Die Kunden sind auf jeden Fall vorsichtiger geworden", sagt Thomas Kühn, der im Reisemarkt am Airport arbeitet. Verantwortlich für die Flaute in den Reisebüros ist für ihn die Konjunkturkrise. "Das spüren wir".

Gerade der Mittelstand spart jetzt kräftig an Dienstreisen

Mit dieser Meinung steht Kühn nicht alleine da. Wie die WZ berichtete, blickt auch der Deutsche Reiseverband sorgenvoll in die Zukunft. Denn noch zögern die meisten Kunden mit der Buchung. Besonders hart trifft das in Düsseldorf die Anbieter von Geschäftsreisen. Um 20 Prozent und mehr sind ihre Umsätze in den vergangenen zwei Monaten zurückgegangen.

Unternehmen wie Vodafone oder Henkel halten ihre Mitarbeiter nicht erst seit der Krise dazu an, nur Dienstreisen zu unternehmen, die wirklich nötig sind. Statt Mitarbeiter einmal um den Globus zu schicken, berät man sich per Konferenzschaltung am Telefon. Doch seit Beginn der Finanzkrise spart nun auch der Mittelstand an Mitarbeiter-Reisen - vor allem ins Ausland.

"Es sind vor allem die kleinen Unternehmen, die sich zurückhalten", sagt Johann Bartoschek, Inhaber eines Reisebüros an der Worringer Straße. "Etwa 25 Prozent der Kunden sind uns schon weggebrochen", schätzt er. "Die Firmen warten momentan ab und buchen keine Reisen."

Das ist auch der Eindruck von Dimitri Sabaliotis vom Reisebüro Blueplanet an der Oststraße. Auch er musste in den vergangenen Monaten hohe Verluste verkraften: "Reagieren kann man darauf nicht, man kann jetzt nur abwarten", sagt er. Optimistischer geben sich die Anbieter von Pauschalreisen. Aber auch sie spüren die Zurückhaltung der Kunden.

Besonders Familien mit Kindern schränken sich ein. Frank Paulus, Mitarbeiter im Reisebüro Boomerang hört Sätze wie "Ich muss mir das noch überlegen" oder "Vielleicht fahre ich doch lieber erstes nächstes Jahr" in den vergangenen Monaten öfter und sagt: "Wir können froh sein, wenn wir das Vorjahres-Niveau halten können."

Geht es den Menschen schlecht, spürt das auch die Reisebranche

Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbandes und Inhaber des Reisebüros "Kö 27" an der Königsallee, will sich dazu noch nicht äußern: Erst in den nächsten Wochen werde sich entscheiden, mit welchen Umsätzen in der kommenden Saison zu rechnen sei. Fakt sei aber, dass die Reiseindustrie sich nicht von der Entwicklung der Wirtschaft abkoppeln könne. "Geht es den Menschen gefühlt schlechter, trifft das auch unsere Branche." Sollten die Kunden mit den Buchungen zögern, fürchtet er eine Preisschlacht. "Das geht dann auf Kosten der Qualität."

Und auch auf Kosten von Düsseldorf - sollten im umgekehrten Fall auch weniger Touristen die Stadt besuchen.

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