Geschädigte demonstrieren vor Citibank und Dresdner Bank.

Lehmann-Geschädigte vor der Citibank (v.l.): Wilhelm Hillemacher, Wolfgang Fuchs, Werner und Marlene Scholtz.
Lehmann-Geschädigte vor der Citibank (v.l.): Wilhelm Hillemacher, Wolfgang Fuchs, Werner und Marlene Scholtz.

Lehmann-Geschädigte vor der Citibank (v.l.): Wilhelm Hillemacher, Wolfgang Fuchs, Werner und Marlene Scholtz.

Bernd Nanninga

Lehmann-Geschädigte vor der Citibank (v.l.): Wilhelm Hillemacher, Wolfgang Fuchs, Werner und Marlene Scholtz.

Düsseldorf. "Wir sind blank dank Citibank", rufen die Demonstranten vor der Zentrale der Bank an der Kasernenstraße. Auch nach über zwei Jahren kämpfen die Opfer der Lehman-Pleite darum, etwas von ihrem Geld wiederzusehen.

Rund dreißig Leute haben sich eingefunden um mit Trillerpfeifen und Sprechchören ihrem Ärger Luft zu machen. "Ich bin extra mit dem Fahrrad aus Dormagen gekommen", sagt Rentner Wilhelm Hillemacher. "Normalerweise nimmt meine Frau an solchen Aktionen teil. Aber die Bankvertreter lassen sich ja doch nicht blicken."

Tatsächlich erscheint nach einiger Zeit ein Angestellter der Bank und schließt die Türe ab. "Das haben die beim letzten Mal auch schon gemacht", sagt Wolfgang Fuchs. Der pensionierte Maler hatte, wie viele andere, über seine Bank eine Menge Geld in Zertifikate der amerikanischen Bank Lehman Brothers investiert.

Als Lehman pleite ging, war die Altersvorsorge weg. Der Dialog mit der Citibank gestaltet sich für den 66-Jährigen schwierig. "Seit Ende November reagiert man nicht mal mehr auf meine Briefe", sagt er. Darum will Fuchs auf diesem Wege bei der Bank auf seine Forderung nach Entschädigung aufmerksam machen.

Auch Marlene und Werner Schultz, beide 56, lassen sich von der Reaktionslosigkeit der Bank nicht entmutigen. "Aus der Presse haben wir damals von der Pleite erfahren", sagt Marlene Schultz. "Von der Citibank bekamen wir nur einen Brief, der uns mitteilte, dass unser Konto bei null steht. Danach kam nichts mehr."

Die Citibank will solchen Kunden, die besonders hart und unvorbereitet von der Lehman-Pleite getroffen wurden, 30 bis 80 Prozent ihrer Geldanlage zurückerstatten. Wer was erhält, entscheidet ein Punktesystem.

Nach einer Stunde zieht die Demonstrantengruppe weiter zur Dresdner Bank auf der Kö. "Einschließen können die sich hier nicht", sagt Schultz mit Blick auf die große Drehtür. "Aber vielleicht schicken sie wieder einen Wachmann raus."

Citibank: "Wir haben nie gemauert, sondern nach Lösungen gesucht."

Einen Dialog oder direkte Reaktionen gibt es auch bei der Dresdner Bank nicht. Mit einem Nachlassen der Proteste kann die Bank deshalb aber nicht rechnen. Der Terminkalender der Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten sieht für das ganze Jahr weitere Mahnwachen vor.

Die Citibank findet die Demos ungerechtfertigt. "Im Prinzip ist das Verhalten nicht nachvollziehbar", meint Sprecher Ingo Stader. Seine Rechtfertigung: "Wir haben nie gemauert, sind immer auf die Leute zugegangen, haben sie rechtzeitig informiert und nach Lösungen gesucht."

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