Besucher schätzen die stimmungsvolle Atmosphäre und den Austausch bei der Reihe „Winterkino“ der Gemeinde.

Flingern
Nicht zum Gottesdienst, sondern zum Kino kommen Besucher freitagabends in die Liebfrauenkirche.

Nicht zum Gottesdienst, sondern zum Kino kommen Besucher freitagabends in die Liebfrauenkirche.

Judith Michaelis

Nicht zum Gottesdienst, sondern zum Kino kommen Besucher freitagabends in die Liebfrauenkirche.

Düsseldorf. Es ist die besondere Stimmung, die immer mehr Besucher freitagabends in die Liebfrauenkirche in Flingern lockt. Kerzen leuchten den Weg vom Eingang bis in den Altarraum. Dort sind rund 80 Stühle vor einer großen Leinwand aufgereiht, Decken und Sitzkissen liegen bereit. Die Gemeinde lädt derzeit zum „Winterkino“, dieses Jahr zum Thema „Lebenswert – über das Leben mit Einschränkungen.“

Die Gemeinde hat dazu bekannte, humorvolle Streifen zu ernsten Themen ausgesucht. Zum Start lief „Ziemlich beste Freunde“, drei weitere Filme folgen noch. Sabine Tramp, die schon öfter dabei war, gefällt die Auswahl der Werke. „Die Organisatoren machen sich wirklich Gedanken“, sagte die Besucherin. Sie wohnt im Viertel und nimmt immer wieder an Angeboten der Gemeinde teil. „Toll, was es alles gibt.“

„Es ist ungewöhnlich, in einer Kirche einen Kinofilm zu sehen“

Damit ist den Organisatoren gelungen, was sie sich vor einigen Jahren vorgenommen haben. „Wir wollen Filme zeigen, die zum Nachdenken und zum Gespräch anregen, auf unterhaltsame Art. Filme, die man ein zweites oder drittes Mal sehen kann“, sagt Julia Quirmbach. Die Menschen sollen darüber in Kontakt kommen. Bis zu 70 Gäste sind es mittlerweile pro Abend. „Die Stuhlreihen sind voll besetzt. Wir sind zufrieden.“ Viele bleiben noch für einen Snack, zu dem die Gemeinde in die Bücherei im Nebenraum einlädt.

Sabine Elling gefällt das Konzept, sie ist vor allem von der Atmosphäre beeindruckt. „Es ist schon ungewöhnlich, in einer katholischen Kirche – und auch noch im Altarraum – einen Kinofilm zu sehen. Das hat was“, erzählt sie. Für Jana Gräfin Gatterburg zählt ebenfalls das Ambiente. „Man spürt die Liebe zum Detail mit den Kerzen und der Möglichkeit, bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen“, erzählt sie. „Hier ist jeder willkommen.“ Sie war aus Niederkassel hergefahren, um dieses Jahr zum zweiten Mal dabei zu sein. „Es wäre schön, wenn sich in meiner Gemeinde ein ähnliches Angebot aufbauen lässt.“

Viel Lob hat Elisabeth Adolph für die Organisatoren, die sich ehrenamtlich für den Abend und weitere Aktivitäten engagieren. „Eine Zeit lang wollte ich nichts mit Kirche zu tun haben. Das Angebot der Liebfrauenkirche hat mir einen neuen Zugang verschafft. Die Atmosphäre ist aufgeschlossen und gemütlich.“

Die Filme sind jeweils am Freitagabend um 20 Uhr in der Katholischen Liebfrauenkirche, Degerstraße 27, zu sehen. Sie laufen dieses Jahr noch an folgenden Tagen: 29. Januar „A Beautiful Mind”, über Schizophrenie, Regie: John Howard. 12. Februar, „Erbsen auf halb 6”, über Erblindung, Regie: Lars Büchel; 26. Februar „Honig im Kopf”, über Demenz, Regie: Till Schweiger. Der Eintritt zu den Vorstellungen ist frei, Spenden sind erwünscht.

Auch Heiko Sippel, der zum ersten Mal die Filmreihe besuchte, zeigt sich davon beeindruckt. „Ich gehöre nicht zur Gemeinde hier, aber eine Kirche, die sich so offen für Aktivitäten zeigt, finde ich toll“, erklärt er. Das Winterkino sei im Viertel bekannt. „Es ist ein schöner Start ins neue Kirchenjahr.“

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