Rotoskopie nennt sich das Verfahren, bei dem ein Film erst normal mit Schauspielern vor der Kamera gedreht wird, um die aufgezeichneten Bilder dann komplett zu übermalen (z.B. „Waltz with Bashir“). Normalerweise als künstlerisches Mittel eingesetzt, um eine unwirklich anmutende Ästhetik zu erzeugen, machte sie „Teheran Tabu“, den ersten Film von Ali Soozandeh, erst möglich.

Ein Dreh in Teheran war undenkbar, dafür ist er zu kritisch. Er erzählt von Pari, die als Prostituierte über die Runden kommen und mit dem Geld ihren Sohn versorgen muss. Babak, ein Musikstudent, hat das Mädchen Donya entjungfert und muss das nötige Geld für eine Jungfräulichkeits-Operation zusammenkriegen, damit sie als vermeintliche Jungfrau verheiratet werden kann. Sara lebt dagegen ein gehorsames Leben mit ihrem Mann und seiner Familie, das ganz im Sinne iranischer Traditionen steht.

Die Leben der vier Teheraner ändern sich, als sie aufeinander treffen, ihre Geschichten verweben sich miteinander, ziehen uns in ihren Bann und verdichten sich zu einem unmissverständlichen Hilferuf.

Ab 16.11. im Bambi, am 19.11. um 15.30 Uhr ist der Regisseur zu Gast im Bambi.

Kalle Somnitz ist Leiter der Düsseldorfer Programmkinos.

filmkunstkinos.de

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