Mit 450 Einsatzkräften wurde am Freitagabend auf der B8n geübt. Ohne Blaulicht und Martinshorn, dafür mit viel Schminke.

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Die Rettungskräfte proben bei der Übung im Düsseldorfer Norden den Ernstfall.

Die Rettungskräfte proben bei der Übung im Düsseldorfer Norden den Ernstfall.

Stefan Arend

Die Rettungskräfte proben bei der Übung im Düsseldorfer Norden den Ernstfall.

Düsseldorf. "Auch wenn wir seit dem Flughafen-Brand keinen so großen Einsatz mehr hatten: Wir müssen das trotzdem üben", erklärte Christian Schlich, stellvertretender Leiter der Düsseldorfer Feuerwehr, was am Freitagabend auf der B8n zwischen Kalkum und Angermund passierte.

Rund 450 Einsatzkräfte probten bis tief in die Nacht den Ernstfall. Der nennt sich Massenanfall von Verletzten, kurz Manv genannt, und der stellt höchste Anforderungen an die Lebensretter.

Für 100 Jugendrotkreuzler hatte die Übung auch einen Spaßfaktor

Um 21.15 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Angenommen wurde, dass auf der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße zwei voll besetzte Rheinbahnbusse zusammengestoßen waren. Dabei wurden rund 70 bis 80 der Insassen verletzt.

Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr die Freiwilligen aus Kalkum, Kaiserswerth und Garath. Außerdem nahmen Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter Unfallhilfe, des Malteser Hilfsdienstes und des Arbeiter-Samariter-Bundes an der Übung teil.

Die hatte auch einen Spaßfaktor, vor allem für die 100 Jugendrotkreuzler, die als Statisten im Einsatz waren. Dazu hatte der DRK-Nachwuchs seine eigene Schmink-Abteilung mitgebracht, die mit viel Schminke und Kunstblut Schwerverletzte "bastelte". Auch die 20 Unverletzten hatten eine Aufgabe. Wie es auch bei echten Einsätzen passiert, durften sie den Rettungskräften auf die Nerven gehen.

Erste Aufgabe für die Teams, die an der Einsatzstelle eintrafen, war es, die Verletzten einzuteilen. Rote Karten gab es für Patienten, die in akuter Lebensgefahr waren, Gelb gab es für Schwerverletzte, Grün für die leichteren Fälle. Wer die blaue Karte hatte, für den war die Übung beendet - keine Überlebenschance.

Wichtigstes Ziel der Übung war es, die Schwerverletzten so schnell wie möglich in die Krankenhäuser zu bringen. Ganz bewusst wurde die Übung in die Abendstunden gelegt. Wolfgang Polheim, Leiter der Rettungs-Assistenten-Schule: "Es sollte auch trainiert werden, wie man eine Unfallstelle richtig ausleuchtet. das haben wir bisher noch nicht gemacht.

Dass es sich um keinen echten Einsatz handelte, war aber für die Zaungäste bald offensichtlich. Die Fahrzeuge verzichten fast komplett aufs Blaulicht und auch das Martinshorn blieb stumm. Die Übung sollte die Anwohner so wenig wie möglich in Mitleidenschaft ziehen.

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