Sieben Männer zwischen 18 und 22 Jahren sollen Taxifahrer in großem Stil bestohlen haben. Polizei: Kfz-Diebe sind meist junge Täter.

Ermittler Jürgen Franke.
Ermittler Jürgen Franke.

Ermittler Jürgen Franke.

Ermittler Jürgen Franke.

Düsseldorf. Eine ganz neue kriminelle Masche haben sich sieben junge Männer zwischen 18 und 22 Jahren einfallen lassen: Als Taxi-Bande erbeuteten sie seit Dezember mehrere tausend Euro.

Mit der Aussicht auf weite Fahrten in andere Städte lockten sie Taxifahrer in abgelegene Gassen, wo diese ihr Fahrzeug verlassen mussten, um an der angegebenen Adresse zu klingeln. Dann schlugen die Täter die Scheibe des Taxis mit einem Hammer ein, stahlen die Geldbörse und alles, was sie sonst noch fanden.

Laut Jürgen Franke von der Ermittlungskommission Kfz war bei der Polizei schnell klar, dass man es mit einem "besonderen Phänomen" zu tun hatte. Zeitgleich untersuchten seine Kollegen eine Serie von Tankbetrügereien: Unbekannte tankten in mindestens sieben Fällen ihre Mietwagen - meist BMW - auf und flohen dann. Die Kennzeichen waren immer gestohlen.

Nach wochenlangen Ermittlungen gelang dann in beiden Fällen der Durchbruch. Ein Zeuge beobachtete Jugendliche, die aus einem Auto stiegen und einen Stapel Kennzeichen in ein Gebüsch warfen - das Auto war wieder geliehen, im Umfeld des Mieters stießen die Ermittler auf den 18-jährigen Patrick W. aus Holthausen.

Dann meldete sich wieder die Taxi-Bande - inzwischen war die Taxi-Zentrale gewarnt. Und: Die Täter vergaßen, die Rufnummer ihrer Handys beim Anruf zu unterdrücken. Und auch dieser Hinweis führte zu Patrick W. und sechs Freunden von ihm aus Holthausen und Garath.

Die sieben Bandenmitglieder leben in stabilen Familienverhältnissen

Am Mittwoch Morgen wurden die Wohnungen der sieben jungen Männer durchsucht. "Wir fanden stabile Familienverhältnisse vor - und sehr empörte Eltern", sagt Franke. Die Verdächtigen seien alle in Ausbildungen oder besuchten Berufsschulen.

Allerdings hätten sie sich auf der Wache gleich mit den Vernehmungsbeamten angelegt. Seither schweigen sie. Aber die Ermittler haben ausreichend Beweise bei den Durchsuchungen gesichert. Unter anderem einen Pfandschein für einen DVD-Player mit Bildschirm, der aus einem der aufgebrochenen Taxis gestohlen worden war.

Die Anklage wegen Bandendiebstahls soll zügig erhoben werden, kündigt Staatsanwältin Julia Stache vom Sonderdezernat Jugendkriminalität an. Eine schnelle Strafe, so hofft man, hinterlässt bei den jungen Intensivtätern einen stärkeren Eindruck.

Und der ist laut Jürgen Franke durchaus notwendig. Seit einem Jahr leitet er jetzt die EK Kfz, hat seither 12 000 Fälle bearbeitet. "Ein Großteil der Täter sind Jugendliche und Heranwachsende", erklärt er. "Und viele sind - wie im aktuellen Fall - heute in Banden organisiert."

Patrick W. und seine Komplizen sind zwar nicht vorbestraft, aber alle bereits bei der Polizei bekannt. Bis zur Verhandlung bleiben sie dennoch auf freiem Fuß. Bis dahin will Franke abklären, ob die Sieben weitere Taten in anderen Städten begangen haben. Fest steht, dass sie mit ihren Mietwagen tausende Kilometer gefahren sind.

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