Opfer leidet heute noch an den Folgen. Die drei Tatverdächtigen sagen dazu nichts.

Justiz
Raschid K. in einer früheren Verhandlung. Er soll den Fan-Betreuer mit Tritten lebensgefährlich verletzt haben.

Raschid K. in einer früheren Verhandlung. Er soll den Fan-Betreuer mit Tritten lebensgefährlich verletzt haben.

Sehr ruhig und gefasst schilderte Christian O. am Dienstag im Gericht, wie es zu dem schrecklichen Vorfall in der Arena kam.

Judith Michaelis (Archiv), Bild 1 von 2

Raschid K. in einer früheren Verhandlung. Er soll den Fan-Betreuer mit Tritten lebensgefährlich verletzt haben.

Düsseldorf. Das Spiel gegen Bayern Müncen war zu Ende. 0:5 hatte die Fortuna verloren. Die Szenen, die sich nach dem Abpfiff in der Arena abspielten, dauerten 30 Sekunden, vielleicht eine Minute. Aber sie haben das Leben von Christian O. für immer verändert. Denn der 35-Jährige wird sein Leben lang an den Folgen leiden. Seit Dienstag müssen sich drei 28-Jährige vor dem Schöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Sie sollen den Fan-Betreuer so verprügelt haben, dass er einen Schädelbruch davon trug und nur mit einer Notoperation gerettet werden konnte.

Ruhig und gefasst schilderte das Opfer, was am 20. Oktober vor zwei Jahren geschah. Er war als Fan-Betreuer für den Fortuna Supporters Club im unteren Bereich des Stadions aktiv, als er von seiner Freundin eine SMS bekam. Darin teilte sie ihm mit, dass es im Oberrang eine Gruppe Randalierer gebe, die andere Stadionbesucher mit Bierbechern und Essenresten bewirft.

Randalierer sollen ohne jede Warnung zugeschlagen haben

„Ich wollte nur sagen, dass man sich so in unserem Stadion nicht benimmt“, erklärte Christian O., der mit mehreren Freunden auf den Oberrang gekommen war. Ohne weitere Vorwarnung habe einer der Täter sofort angegriffen und ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen: „Ich konnte aber noch ausweichen.“ Der gleiche Mann habe ihn dann mit den Händen auf dem Rücken festgehalten und seinen Kopf nach unten gedrückt. Dann sei Raschid K. gekommen und habe den Fan-Betreuer mehrfach mit dem Knie ins Gesicht getreten. Dadurch sollen die Verletzungen entstanden sein. Parallel dazu soll der dritte Angeklagte das Opfer mit einer Fahnenstange traktiert haben.

Christian O. verlor das Bewusstsein und wachte erst am nächsten Tag nach der Not-Operation in der Uni-Klinik wieder auf. Ihm musste eine Stahlplatte in den Schädel eingesetzt werden. Bis heute leidet der Vertriebsmitarbeiter an Kopfschmerzen, Tinnitus und Schlafstörungen. Die Chancen auf ein beschwerdefreies Leben sind gering.

Die Freundin des Opfers, eine 23-jährige Studentin, hatte beobachtet, wie Christian O. durch die Tritte schwer verletzt wurde. Zwei der Angeklagten erkannte sie eindeutig wieder. An den dritten mutmaßliche Täter, der mit der Fahnenstange zugeschlagen haben soll, konnte sich die junge Frau nicht erinnern. Er war erst Monate nach der Tat er ermittelt worden.

Der Vorfall in der Arena am 20. Oktober 2012 hatte überregional für sehr viel Aufsehen gesorgt, weil er sich innerhalb des vermeintlich sicheren Stadions abgespielt hatte.

Die Fan-Clubs von Fortuna Düsseldorf hatten sich mit einer großen Flugblatt-Aktion damals aktiv an der Fahndung nach den Schlägern beteiligt.

Der 28-Jährige ließ durch seinen Anwalt erklären, dass er unschuldig sei. Die beiden anderen Angeklagten verweigerten am Dienstag zunächst die Aussage.

© WhatsBroadcast

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