Zwei Männer und eine Frau wollten das Mädchen angeblich auf den Strich schicken. Prozess um erpresserischen Menschenraub.

Facebook
Die zwei Angeklagten wollten offenbar über Facebook Kontakte zu jungen Mädchen und Frauen knüpfen.

Die zwei Angeklagten wollten offenbar über Facebook Kontakte zu jungen Mädchen und Frauen knüpfen.

Jens Büttner

Die zwei Angeklagten wollten offenbar über Facebook Kontakte zu jungen Mädchen und Frauen knüpfen.

Düsseldorf. Kontakte zum Rotlicht-Milieu hatten zwei 23-Jährige, die sich seit Dienstag wegen erpresserischen Menschenraubs, Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Offenbar wollten sie daraus ein Geschäft machen und suchten über Facebook Kontakte zu jungen Mädchen und Frauen. Mit ihnen auf der Anklagebank sitzt eine 21-jährige Auszubildende. Sie soll geholfen haben, eine 15-Jährige zu bewachen, um sie auf den Strich zu schicken.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben sich die beiden im Mai vor drei Jahren dazu entschlossen, über das Internet junge Frauen anzusprechen, um zunächst freundschaftliche Beziehungen zu knüpfen. Danach sollten die Opfer dann zur Prostitution gezwungen werden.

Die 15-Jährige soll schon über Facebook aufgefordert worden sein, „Kleider, Schminke und High-Heels“ zu einem Treffen mitzubringen. Als die Schülerin sich weigerte, sei sie massiv bedroht worden. Nur aus Angst sei das Mädchen zu den Angeklagten in den Wagen gestiegen. Von Holthausen aus ging die Fahrt in ein Bordell nach Duisburg, wo die Jugendliche als Prostituierte arbeiten sollte. Dort sollen die Männer behauptet haben, das Mädchen werde in zwei Wochen volljährig. Das reichte den Betreibern des Etablissements aber nicht. Man wollte einen Personalausweis sehen.

Zum Abschied wurde dem Mädchen die Hand gebrochen

Danach wurde die Schülerin in eine Wohnung nach Moers gebracht. Dort soll die 15-Jährige von der Auszubildenden bewacht worden sein, damit sie nicht fliehen konnte. Die Angeklagte bestritt das allerdings energisch. Sie habe nicht gewusst, dass die Schülerin so jung war und gegen ihren Willen auf den Strich geschickt werden sollte. Die 21-Jährige sagte aus, dass sie die beiden Männer überredet habe, das Mädchen frei zu lassen.

Das sei dann auch in der folgenden Nacht auf einem Parkplatz in der Nähe des Neusser Theaters am Schlachthof geschehen. Dabei sollen die Männer die 15-Jährige noch mit Schlägen und Tritten eingeschüchtert haben. Dem Mädchen wurde dabei offenbar die Handwurzel gebrochen. Die zwei Hauptbeschuldigten verweigerten am Dienstag zum Prozessauftakt die Aussage.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer