Fachgruppe soll Wunschrouten umsetzen, Bürger und Bezirksvertreter werden beteiligt.

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Auf der Talstraße in Friedrichstadt liegt der Radstreifen in eine Fahrtrichtung auf dem Gehweg. Archiv

Auf der Talstraße in Friedrichstadt liegt der Radstreifen in eine Fahrtrichtung auf dem Gehweg. Archiv

BS

Auf der Talstraße in Friedrichstadt liegt der Radstreifen in eine Fahrtrichtung auf dem Gehweg. Archiv

Düsseldorf. Im September stellte die Stadt Grundzüge des neuen Radwegenetzes vor, jetzt hat eine „Fachgruppe Radverkehr“ mit der Umsetzung begonnen. Es gibt viel zu tun: Das Radhauptnetz soll bis 2020 eine Gesamtlänge von 300 Kilometern aufweisen, rund 700 Einzelmaßnahmen sind dafür erforderlich.

In der Expertengruppe sitzen Verkehrsverwaltung, Ratsfraktionen, die Verkehrsclubs ADFC und VCD und ein Planungsbüro. Ihr Auftrag: Das bereits theoretisch gesponnene Wunschnetz, das vor allem klare Radverbindungen von den Stadtteilzentren in die Innenstadt vorsieht, auf die Straßen zu bringen.

Alle zwei Monate macht die Fachgruppe Ortsbesichtigungen, bespricht Maßnahmen, erstellt Prioritätenlisten und geht dann mit Vorschlägen in die betroffenen Bezirksvertretungen. „Wir wollen eine zügige Umsetzung, zugleich aber eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit“, sagt Verkehrsdezernent Stephan Keller. Deshalb gibt es – erstmals im Juni – auch öffentliche Bürgerbeteiligungen. Wie brisant Radwege sein können, war gerade beim Streit um jene auf der Oberkassler Brücke zu erleben.

Keller möchte deswegen auch am liebsten mit den vielen unstrittigen, unproblematischen Radwegen loslegen. Das sind in der Regel die, bei denen keine gravierende Flächenkonkurrenz mit Autos oder Fußgängern entsteht. Und für die nicht ein ganzer Straßenzug umzubauen ist.

Für die verschiedenen Varianten wird das ganze Instrumentarium der Radwegeplanung genutzt. Also u.a.: Klar markierte Schutzstreifen für Radler, wenn sie sich mit Autos die Straße teilen; gemeinsame Rad- und Gehwege (meist nur außerorts); „Shared Bike Lanes“, wenn sich Auto- und Radfahrer auf vierspurigen Straßen die rechte Spur teilen (denkbar auf der Merowinger Straße). Auch eine Reihe von Fahrradstraßen sollen in Tempo-30-Zonen etabliert werden, obwohl die bislang einzige an der Bismarckstraße nicht recht funktioniert, weil sie nicht ganz bis Hauptbahnhof reicht.

Bereits in der Mache ist eine Radspur für die Karl-/Worringer straße, als nächstes ist die Jülicher-/Klever Straße vorgesehen. Im Etat für das Radnetz stehen zwei Millionen Euro pro Jahr.

© WhatsBroadcast

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