Mann hat angeblich in Düsseldorfer Hotel einen Kokain-Schmuggler empfangen.

Düsseldorf. Einst sorgte er für Recht und Ordnung, doch dann soll er die Seiten gewechselt und sich den Drogen verschrieben haben: Ein ehemaliger Polizist aus Remscheid muss sich seit Dienstag wegen Drogenhandels in Düsseldorf und Umgebung vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten.

Der Mann musste in Brasilien eine Haftstrafe absitzen

1999 war der Remscheider bereits wegen räuberischer Erpressung zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte zweimal die Sparkasse in Remscheid überfallen – mit seiner Dienstwaffe. Die Hälfte saß er ab und wurde im November 2003 auf Bewährung entlassen. Nur wenige Wochen später soll der 36-Jährige im großen Stil mit Kokain gehandelt haben. Laut Anklage nahm er in einem Düsseldorfer Hotel einen „Körperschmuggler“ in Empfang, der 80 Plastiksäckchen mit einem Kilogramm Kokain ausschied und dem Angeklagten übergab.

Die Drogen soll der ehemalige Ordnungshüter anschließend in Düsseldorf und Umgebung verkauft haben. Dass der Mann erst jetzt vor Gericht steht, hat seinen Grund: Bevor ihn die deutschen Staatsanwälte anklagen konnten, musste der Remscheider eine mehr als fünfjährige Haftstrafe in Brasilien absitzen. 2004 war er mit 20 Kilogramm Kokain im Koffer am Flughafen von Sao Paulo verhaftet und dort zu mehr als fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Der Remscheider wollte sich gestern vor Gericht nicht zu den Vorwürfen äußern. Sollte der Ex-Polizist verurteilt werden, drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

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