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Düsseldorf (dpa) - Seit 2012 haben sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden etwa 50 radikalisierte Islamisten aus Nordrhein-Westfalen in Syrien am bewaffneten «Heiligen Krieg» beteiligt. Das erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Donnerstag in einem Bericht an den Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Vermutlich sechs Personen aus NRW seien 2012 und 2013 bei Kämpfen ums Leben gekommen. Es gebe derzeit weniger als zehn Rückkehrer, die in Syrien aktiv am bewaffneten Widerstand beteiligt gewesen seien.

Nach Jägers Angaben gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass aus Nordrhein-Westfalen annähernd 100 radikalisierte Islamisten nach Syrien gereist sind, um dort salafistische Kämpfer in unterschiedlichem Ausmaß zu unterstützen. Aus dem ganzen Bundesgebiet begaben sich demnach etwa 240 junge Männer nach Syrien. 2013 sei Syrien das Hauptausreiseziel auch aus Deutschland stammender Salafisten geworden.

Die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden seien dort nicht tätig. «Gesicherte eigene Erkenntnisse über die tatsächliche Beteiligung der in Syrien befindlichen Personen an Kampfhandlungen liegen hier deshalb nicht vor», erklärte Jäger. Im Zusammenhang mit der aktiven Beteiligung an Kampfhandlungen oder deren Unterstützung seien gegen mehr als 20 Menschen aus NRW Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

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