Plage: Schwärme kleiner grüner Insekten verderben derzeit den Düsseldorfern den Spaß am schönen Sommerwetter.

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Erwischt: Diese Blattlaus hat es sich auf dem Hemd unseres Fotografen gemütlich gemacht.

Erwischt: Diese Blattlaus hat es sich auf dem Hemd unseres Fotografen gemütlich gemacht.

Erwischt: Diese Blattlaus hat es sich auf dem Hemd unseres Fotografen gemütlich gemacht.

Düsseldorf. Eine typische Szene am Mittwoch in der Altstadt: Der Wirt bringt ein Tablett voller Gläser auf die Terrasse. Die Gäste nehmen ihre Getränke in Empfang, doch statt die Deckel unter die Gläser zu legen, landen sie schnellstmöglich oben drauf. So wird der klassische Untersetzer zum wirksamen Schutz vor den Unmengen von Blattläusen, die sich in den letzten Tagen explosionsartig neue Lebensräume suchen.

Pflanzenfreunden sind die kleinen grünen Plagegeister aus der Familie der Aphidoidea eher ungeflügelt bekannt. Sie ernähren sich vom Pflanzensaft und überziehen so manches Blatt und manche Rose mit ihrem klebrigen Saft. "Doch wenn der Populationsdruck zu groß wird, entwickeln die Tiere Flügel, gehen auf Partnersuche und erobern neue Lebensräume" erklärt Tobias Krause vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt.

Läuse sind zwar lästig, aber für Menschen völlig ungefährlich

Zunächst gegen die Tiere einzeln auf Wanderschaft. Aber wenn ein Rasen gemäht wird oder ein Schäfer über das Rheinufer zieht, machen sich ganze Schwärme auf den Weg. "Das ist zwar lästig, aber die Läuse sind für den Menschen völlig ungefährlich", beruhigt der Fachmann.

Die Sonnenhungrigen am Rheinufer tröstet das nicht. Überall sieht man Menschen mit den Armen fuchteln, die sich die klebrigen Tierchen aus Haaren und Kleidung schnippen. Svenja Plöhn ist genervt von den geflügelten Störenfrieden. "Aber davon lasse ich mir das Draußensitzen nicht verderben", gibt sich die Studentin kämpferisch.

Auch die Wirte lassen sich durch die Läuse nicht beeindrucken, verstehen aber ihre genervte Kundschaft. "Vor allem die Frauen haben die Viecher ständig in den Haaren und mit gelben Sachen hat man keine Chance", sagt Kellner Stephan Waldeyer. Sein Kollege Alfonso Villaverde aus dem Restaurant Flamenco ist zuversichtlich, dass die Insektenflut bald abebbt. "Noch ein Regen, dann sind die wieder weg."

Blattläuse vermehren sich auf zwei unterschiedliche Arten: Durch Jungfernzeugung entstehen über mehrere Generationen hinweg ungeflügelte Läuse. Bei einer Überpopulation wird ein Sekret ausgesondert, das in der nächsten Generation geflügelte Tiere entstehen lässt, die sich geschlechtlich vermehren und dann neue Lebensräume suchen.

Bis dahin kämpfen auch die vielen Bauarbeiter, die derzeit in der Altstadt die Kanäle erneuern, mit den Schädlingen. "Das juckt überall und man schwitzt in der Hitze ja ohnehin schon", klagt Straßenarbeiter Heiko Müller.

Schuld an der Läuseinvasion ist die diesjährige Wetterlage. "Es war früh warm und nie zu feucht - das lieben die Insekten", sagt Krause. Und so gibt es in diesem Sommer auch besonders viele Schmetterlinge und Hirschkäfer. Sollte es feucht bleiben, kommen die Mücken hinzu, wird es trockener, könnten den Läusen die Wespen folgen.

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