Am Samstag waren die künftigen U-Bahnstationen Schadowstraße und Kirchplatz geöffnet.

Am Samstag waren die künftigen U-Bahnstationen Schadowstraße und Kirchplatz geöffnet.
Blaue Wände, tiefe Rolltreppen: Den Zugang zum neuen U-Bahnhof Schadowstraße sahen sich am Samstag Tausende Besucher an.

Blaue Wände, tiefe Rolltreppen: Den Zugang zum neuen U-Bahnhof Schadowstraße sahen sich am Samstag Tausende Besucher an.

Auch im neuen U-Bahnhof Kirchplatz konnte man sich am Samstag umschauen, hier waren aber weniger Besucher unterwegs.

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Blaue Wände, tiefe Rolltreppen: Den Zugang zum neuen U-Bahnhof Schadowstraße sahen sich am Samstag Tausende Besucher an.

Düsseldorf. In knapp drei Monaten nimmt die Wehrhahn-Linie ihren regulären Betrieb auf. Zeit, in der noch kleinere Restarbeiten unter Tage erledigt werden. Das meiste ist aber fertig. Am Samstag konnten die Düsseldorfer einen ersten Eindruck von dem bekommen, was jahrelang tief unter ihren Füßen entstanden ist. Rund 9000 nutzten die Gelegenheit.

Sechs Stunden lang standen die Pforten von zwei neuen U-Bahnhöfen offen. Besonders groß war der Andrang an der Station Schadowstraße, die ab 21. Februar die Haltestelle Jan-Wellem-Platz ersetzt. Hier konnten die Besucher einen ersten Blick in den von Künstlerin Ursula Damm gestalteten Haltepunkt zu werfen. Vorsichtig berührten viele die tiefblauen Glaswände des Treppenschachtes, in die Geometrien eingearbeitet sind, die Luftbilder Düsseldorfs interpretieren sollen.

Zwar gehen die kleinen Bilder beinahe unter im großen Bahnhof. Die Leute zeigten sich aber begeistert vom Gesamtkonzept. „Das wirkt wie ein Wellness-Bahnhof“, sagte Thorsten Prahl. Aus Erlangen war er nach Düsseldorf gekommen, um die neuen Bahnhöfe anzusehen. „Der hier wirkt hell und freundlich, ist geräumig. Das gefällt mir gut.“

Während man in anderen U-Bahnhöfen oft das Gefühl habe eingeengt zu sein, würden die hohen Decken ein ganz anderes Gefühl vermitteln, sagt auch Guido Pahnke. „Die neue U-Bahnstrecke ist eine Bereicherung für die Stadt.“

Der Bahnhof Kirchplatz liegt nicht ganz so tief unter der Erde

Tatsächlich liegt der Bahnhof Schadowstraße sehr tief, nämlich 19 Meter unter der Straßenoberfläche, mehr als sechs Meter hoch sind die Decken. Der Grund: Die neue Trasse unterquert den schon bestehenden Bahnhof Heinrich-Heine-Allee. Dementsprechend muss der Gleiskörper zur Mitte hin immer tiefer ins Erdreich vordringen.

Auch an den kommenden zwei Wochenenden haben Besucher die Gelegenheit, einen Blick ins neue U-Bahnsystem zu werfen. Am nächsten Samstag, 5. Dezember, stehen die Bahnhöfe an der Pempelforter Straße und am Graf-Adolf-Platz offen. Am 12. Dezember macht die Stadt die neuen Bahnsteige unter der Heinrich-Heine-Allee und der Benrather Straße zugänglich. Öffnungszeiten: jeweils von 11 bis 17 Uhr.

Weniger tief liegt der Bahnhof am Kirchplatz. Auch hier hält die Kunst Einzug – mit dem Konzept von Enne Haehnle, deren orangene Stahlstangen sich ihren Weg durchs Bauwerk bahnen. Die Glaskästen für die Fahrpläne hängen sich schon in den Wänden, die Notrufsäule steht (wenn auch eingehüllt) und die elektronischen Anzeigetafeln ragen aus den Wänden. Lediglich die Beschilderung fehlt noch.

Unter dem Kirchplatz gab’s auch kritische Stimmen zu hören: „Vom Hocker haut mich das Konzept nicht“, sagte etwa Mirjam Schenke. Zwar passten die neuen Bahnhöfe gut zu Düsseldorf, mit neuen in London und Paris könnten sie aber lange nicht mithalten.

Noch nicht installiert ist ein Geländer zwischen Bahnsteigen und Gleisen, das verhindern soll, dass Fahrgäste die Gleise überqueren.

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